Selbstvermarktung: Deine Band im Internet

Um ihre Musik erfolgreich selbst zu vermarkten, müssen Musiker und Musikschaffende zuerst einmal auf sich aufmerksam machen. Getreu nach dem Motto “Klasse statt Masse” geht es dabei nicht darum, möglichst viele Webseiten mit eigenen Links zu versehen, sondern die Vorteile des Internets für sich einzusetzen, um gezielt Werbung für sich zu schaffen. Musiker Knowhow zeigt Dir, wo du deine Musik am besten präsentierst.

Um Fans, Veranstalter und Labels zu erreichen, solltest Du zu allererst genügend Material sammeln, um Dich oder Deine Band seriös präsentieren zu können. Dazu gehören in erster Linie Aufnahmen Deiner Musik, die in möglichst hoher Qualität vorliegen sollten. Investiere dabei ruhig etwas mehr in eine ordentliche Produktion, denn insbesondere Veranstalter und Labels ziehen bei Proberaum-Aufnahmen ganz schnell weiter.

Hast Du bereits einige Auftritte gemeistert, solltest Du Dir erste Referenzen aufschreiben, einige Fotos zusammenstellen und gegebenenfalls Stimmen von der Presse und den Veranstaltern sammeln. Auch ein professionelles Fotoshooting ist von Vorteil. Zusammen in einem Pressekit erleichtert dies die Werbung, die Veranstalter vor dem Auftritt gegebenenfalls selbst übernehmen. Ein technischer Rider hilft außerdem den Bühnentechnikern bei der Vorbereitung. All diese Daten veröffentlichst Du am besten auf einer zentralen Webseite über Dich oder Deine Band.

Die Webseite: Zentrale Anlaufstelle für alle

The Cure Webseite

Die Bandwebseite ist der zentrale Anlaufpunkt. (Bild: thecure.com)

Für die Musiker-Webseite solltest Du vor allem beachten, dass Du sämtliche Zielgruppen abdeckst. Sie ist der zentrale Anlaufpunkt sowohl zur Information für Veranstalter und Labels als auch für bestehende und zukünftige Fans. Das Webdesign sollte deshalb zu Deiner Musik und dem Wesen der Band passen – auch innovative Designs sind durchaus erlaubt. Trotzdem solltest Du auf die Bedienbarkeit (Usability) und Barriere-Freiheit achten. Meiner Meinung gehört dazu auch, möglichst auf Flash-Anwendungen zu verzichten. Auch so genannte Splash Screens oder Designs aus dem vorigem Jahrtausend mit Frames oder Tabellenlayout gehören verboten.

Auf Deiner Webseite solltest Du Deine Biografie sowie die Band-Besetzung, Referenzen und Titelliste präsentieren, Fotogalerien für die Fans bereitstellen sowie Musik- und Videobeispiele einbinden. Die ersten Besucher bekommst Du am besten über einen regelmäßig geführten Blog. Für Deine geschäftlichen Kontakte stellst Du am besten jeweils ein Kit für Veranstalter und die Presse bereit. Dazu gehört ein kurzes Exposé, Musikbeispiele in Kurzform, der technische Rider sowie ein bis zwei gute Fotos. Im Pressekit reicht eine gut formulierte Pressemitteilung sowie ein oder zwei Pressefotos.

Soziale Netzwerke: Fans sammeln leicht gemacht

The Cure Facebook-Seite

Mit der Facebook-Seite können Fans gesammelt werden. (Bild: facebook.com)

Um Fans an Deine Webseite zu binden, solltest Du Dich bei ausgewählten sozialen Netzwerken anmelden und diese mit der Homepage verknüpfen. Obligatorisch sind hier Facebook und Twitter zu nennen. So solltest Du Deiner Band eine Facebook-Seite erstellen, sie Deinen Freunden empfehlen und sie so auch für weitere Fans öffnen. Einen Musik-Player kannst Du über Facebook-Apps von Drittanbietern wie beispielsweise Reverbnation oder Soundcloud einbinden – letzterer funktioniert auch ohne Flash Player.

Sowohl bei Facebook als auch bei Twitter solltest Du darauf achten, Deine Fans regelmäßig mit neuen Informationen zu versorgen. Links zu Blogeinträgen von der eigenen Webseite sind hier Gold wert. Aber auch gelegentliche Statusnachrichten (“Wir sind im Proberaum und arbeiten an einem neuen Song für Euch”), Bilder und Soundbeispiele sind gut geeignet, um die Fans auf dem Laufenden zu halten.

Musikportale: Kontakte knüpfen

The Cure MySpace

Auf MySpace finden Musiker zahlreiche Kontakte. (Bild: myspace.com)

Neben reinen sozialen Netzwerken gibt es zahlreiche Musikportale, auf denen sich nicht nur Musiker, sondern oftmals auch Veranstalter, Manager, Labels aufhalten. Hier gibt es also jede Menge Kontaktmöglichkeiten für Dich. Dir sollte allerdings bewusst sein, dass auf diesen Webseiten fast jeder Musiker um die Aufmerksamkeit der Musikindustrie buhlt. Deshalb beachten Musikverlage und Manager kaum die vielen Nachrichten, die täglich in ihrem Posteingang landen und präsentieren lediglich Künstler, die sie bereits unter Vertrag haben. Suchst Du einen neuen Bassisten oder Drummer, sind solche Musikportale aber hervorragend geeignet.

Zwar hat Facebook auf der privaten Ebene MySpace längst überholt, für Musiker ist das Portal aber noch immer eine Überlegung wert. Dort gibt es spezielle Musiker-Profile mit Player, Bildern und Veranstaltungskalender und es findet sich jeder aus der Musikszene, der Rang und Namen hat. Aber auch kleinere Portale wie etwa MyOwnMusic, Reverbnation oder das Musiknetzwerk Last.fm sind zu empfehlen. Wie überall heißt es hier auch: Weniger ist mehr. Also solltest Du Dich möglichst nicht in allen Netzwerken anmelden.

Musikerverzeichnisse: Für Veranstalter

Um Veranstalter auf Deine Musik aufmerksam zu machen, ohne durch die Clubs ganz Deutschlands zu reisen, empfehlen sich Verzeichnisse, die sich auf die Musik spezialisiert haben. Außerdem sind sie dazu geeignet, Backlinks zu Deiner Webseite zu schaffen, damit Suchmaschinen wie Google sie weiter oben platzieren. Hier gibt es reichlich – und anders als in sozialen Netzwerken und größeren Musikportalen, darfst Du Dich hier überall eintragen. Zu nennen wären beispielsweise 123Musiker und track4. Google hilft Dir, weitere Verzeichnisse zu finden.

Online-Shops: Die erste Single verkaufen

The Cure iTunes

Musik kaufen in Online-Shops wie iTunes. (Bild: Screenshot)

Deine Band hat bereits erste Aufnahmen gemacht? Der Beste Weg, um zu sehen, ob Eure Musik auch bei der Masse ankommt, ist sie zu verkaufen! Dazu muss nicht gleich ein ganzes Album fertig sein – auch eine Single oder EP tut es für den Anfang. Das aus mp3.de ausgekoppelte youmusic24 hilft Dir, Deine Musik auf Beteiligungsbasis zu verkaufen. Willst Du Deine Musik erst einmal unter einer Creative-Commons-Lizenz kostenlos verbreiten, empfiehlt sich die CC-Plattform Jamendo. Für die kommerzielle Nutzung erhältst Du über dieses Portal dann dennoch einen kleinen Obolus.

Auch bei Selbstvermarktung gibt es die Möglichkeit, Deine Musik in den Online-Shops iTunes, Amazon, emusic und ähnlichen zu verbreiten. Die eleganteste Lösung bietet hierfür TuneCore. Für einen jährlichen Beitrag wird die eingereichte Musik in die gewünschten Online-Shops eingestellt und die entsprechenden Einnahmen an Dich weitergeleitet. Eine Single kostet knapp 10 US-Dollar pro Jahr, ein ganzes Album 40 Dollar jährlich.

Es gibt viele Wege, über das Internet für Deine Band zu werben, Fans zu sammeln und Deine Musik zu verbreiten. Dabei kommt es nicht auf die Masse, sondern vor allen Dingen auf die Qualität an. Kosten fallen kaum an, jedoch solltest Du Dir auch überlegen, einen Webdesigner für Deine Webseite zu engagieren. Hast Du Dich bereits in die Herzen vieler Fans gespielt, benötigst Du eventuell noch eine Hilfe, die Flut der eingehenden Nachrichten zu bearbeiten. In aller erster Linie geht es aber immer um Deine Musik – das Internet ersetzt keine Live-Auftritte!

Autor: Mirko Schubert

Mirko ist der einstige Gründer von Musiker Knowhow. Als Diplom-Musikpädagoge (FH), Komponist und Journalist liebt er es, musikalisches Wissen an andere weiter zu geben. Er unterrichtete bereits über 10 Jahre an verschiedenen Musikschulen die Fächer Klavier, Keyboard, Gesang und Songwriting.

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