Apple: iTunes Match ab sofort in Deutschland verfügbar

Apples aktualisierter Cloud-Dienst iCloud geht in die nächste Runde: Während einige Funktionen zur Synchronisation von Musik bislang nur amerikanischen Kunden vorbehalten blieben, hat das Unternehmen dank einer Vereinbarung mit der GEMA nun heimlich, still und leise iTunes in the Cloud und iTunes Match in der Nacht zum Freitag nun auch deutschen Nutzern zur Verfügung gestellt.

Möglich machen es neue Verträge zwischen dem Branchenverband Bitkom und der deutschen Verwertungsgesellschaft GEMA. Darin wird die Urhebervergütung für digitale Musik auf sechs bis neun Cent netto festgelegt. Statt bisher 30 Sekunden erhalten Online-Shops nun auch die Möglichkeit, Hörproben bis zu 90 Sekunden anzubieten. Dies hatte Apple bereits im deutschen iTunes Store umgesetzt. Mit den neuen Verträgen sollen auch Streaming-Angebote wie etwa Spotify und Google Music in Deutschland möglich werden. Für iTunes Match schloss die GEMA außerdem eine Vereinbarung mit Apple.

“Die Vereinbarung zwischen Apple und der GEMA ist auf ein Jahr befristet”, sagt dazu GEMA-Pressesprecher Franco Walther. “In diesem Zeitraum werden wir anonymisierte Nutzungsdaten auswerten, um einerseits erste Erfahrungswerte zu sammeln und andererseits die Musikurheber werkbezogen an den Umsätzen beteiligen zu können. Im Anschluss werden wir die Vertragsbedingungen mit Apple gegebenenfalls nachjustieren.”

Mit iTunes in the Cloud Musik synchronisieren

iTunes Match

iTunes Match (Bild: Screenshot)

Mit der Funktion “iTunes in the Cloud” können nun Titel und Alben, die im iTunes Store gekauft wurden drahtlos auf dem iPad, iPhone oder iPod touch heruntergeladen werden.  Dazu tippt der Anwender in der iTunes-App auf den Eintrag “Gekaufte Artikel” und wählt die gewünschte Musik zum Download aus. Kauft der Nutzer neue Musik, wird diese außerdem automatisch auf den Rechner übertragen oder mit weiteren iDevices synchronisiert. Diese Funktionen waren bis zum heutigen Tage allerdings nur eingeschränkt möglich.

iTunes Match geht noch einen Schritt weiter: Mit dem neuen Dienst können nun auch Titel mit anderen iOS-Geräten synchronisiert werden, die nicht im iTunes Store erworben wurden. Nach der Anmeldung durchsucht Apple dazu die Medienbibliothek und vermerkt sich die entsprechende Musik. Die einzelnen Titel oder Alben werden nur dann auf die iCloud-Server geladen, wenn sie nicht im iTunes Store erhältlich sind. Andernfalls steht dem Nutzer für alle Geräte automatisch die eigentlich kostenpflichtige Version aus dem iTunes Store kostenlos zur Verfügung – ohne DRM und mit 256 kBit/s. Maximal 25.000 Titel können auf diese Weise in der Wolke gespeichert werden.

Macht iTunes Match Raubkopien legal?

Durch iTunes Match können Anwender so ihre in anderen Online-Shops wie Amazon oder Musicload gekaufte Musik aufwerten und auf fast allen Apple-Geräten automatisch synchronisieren. Auch wäre es möglich, Privatkopien von gekauften CDs in guter Qualität in die Cloud zu übertragen. Fragwürdig ist jedoch, ob Apple mit dem gerade einmal knapp 25 Euro teuren Dienst Raubkopierer dazu ermutigt, ihre illegal erworbenen Titel durch den Austausch mit einer iTunes-Version zu legalisieren. Sowohl Apple als auch die GEMA wollen jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Stellungnahme dazu abgeben.

Autor: Mirko Schubert

Mirko ist der einstige Gründer von Musiker Knowhow. Als Diplom-Musikpädagoge (FH), Komponist und Journalist liebt er es, musikalisches Wissen an andere weiter zu geben. Er unterrichtete bereits über 10 Jahre an verschiedenen Musikschulen die Fächer Klavier, Keyboard, Gesang und Songwriting.

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