Unterricht: Den richtigen Musiklehrer finden

Unterricht: Den richtigen Musiklehrer finden

Wenn Du ein Instrument erlernen möchtest, solltest Du zuerst den passenden Musiklehrer finden. Doch welche Kriterien muss der Lehrer erfüllen, um qualitativ hochwertigen Unterricht zu erteilen? Musiker Knowhow geht der Sache auf den Grund und gibt Dir Tipps, wie Du den perfekten Musiklehrer für Dich findest.

Egal ob Du Gesang, Klavier, Gitarre, Bass oder Schlagzeug erlernen möchtest – zuerst musst Du den passenden Musiklehrer für Dich finden. Nicht jeder Lehrer kann Dir genau das beibringen, was Du auf Deinem Instrument benötigst. Deshalb solltest Du bei der Wahl Deines Lehrers einige Kriterien beachten.

In jeder Musikschule und auch beim Privatunterricht wird zumeist eine kostenlose Probestunde angeboten, um sich gegenseitig kennen zu lernen und die persönlichen Ziele abzustecken. Auch Du solltest in der Probestunde nutzen, um Deinen möglichen Musiklehrer genau unter die Lupe zu nehmen.

1. Sympathie

Bevor es um die Qualität des Unterrichts geht, ist die Sympathie des Musiklehrers ganz entscheidend. Du wirst einige Jahre einmal wöchentlich mit ihm auskommen müssen, deshalb solltest Du keinen Lehrer wählen, den Du nicht ausstehen kannst. Insbesondere beim Gesang kann der Unterricht sehr persönlich werden, aber auch bei anderen Fächern solltest Du einen guten Draht zu Deinem Musiklehrer haben.

Wenn Du mal einen schlechten Tag oder eine stressige Woche hast, sollte Dich Dein Musiklehrer auch gedanklich abholen können. Er sollte in der Lage sein, Deine Stimmung für den musikalischen Ausdruck zu nutzen, Dich in der Musik einfach mal abschalten lassen oder gar mal den Unterricht abzubrechen, um mit Dir über Deine Probleme zu reden oder Dir einfach mal zuzuhören.

2. Fachliche Kompetenz

Es ist zumeist egal, ob der Lehrer selbst Konzerte gibt oder nicht. Viel zu oft legen gute Musiker kaum Wert auf Methodik und Didaktik. Leider gibt es nur selten Musiklehrer, die auf beiden Feldern bewandert sind. Wenn der Lehrer aber lediglich seine Referenzen aufzählt, die aber nicht einmal begründen kann, warum er bestimmte Unterrichtsmaterialien empfiehlt, sollest Du besser schnell das Weite suchen.

Sängerin auf der Bühne

Nicht jeder Musiker ist gleichzeitig ein guter Musiklehrer (Quelle: sxc.hu)

In der Probestunde sollte er sich nicht nur mit Dir unterhalten, sondern auch schon ein wenig Unterricht geben. Ideal ist es, wenn er Dir schon einen ersten kleinen Erfolg auf Deinem Instrument vermitteln kann. Solltest Du kein Anfänger mehr sein, sollte sein Kenntnisstand ebenfalls noch ausreichen, um Dich zu unterrichten. Leider geben viele Musiklehrer nicht zu, wenn sie dem Unterricht nicht mehr gewachsen sind.

3. Der Kunde ist König

Insbesondere in staatlichen Musikschulen denken noch viele Lehrer, dass es eine Ehre sei, bei Ihnen Unterricht zu nehmen. Dem ist leider nicht so, denn auch ein Schüler ist ein Kunde – und der Kunde ist meistens König. Der Musiklehrer sollte bereits in der Probestunde wichtige Ziele mit Dir abstecken. Bei Einsteigern ist das noch einfach – denn sie wollen zumeist erst einmal die Grundkenntnisse erlernen. Fortgeschrittene brauchen jedoch zumeist spezifisches Fachwissen und fühlen sich schnell nicht beachtet, wenn der Lehrer auf seinen Lehrplan beharrt.

Natürlich ist es eine Gratwanderung, denn ein Musiklehrer kann nicht nur auf die Wünsche der Schüler hören, denn er weiß ja am besten, wie er das gesteckte Ziel vermittelt. Lasse ihm deshalb genügend Freiraum und kehre möglichst nicht zu sehr den zahlenden Kunden in Dir heraus! Ich appelliere außerdem auch an die Eltern, die selbst einmal ein Instrument gelernt haben, dass sie sich aus der Methodik des Musiklehrers ihrer Kinder weitestgehend heraushalten. Zumeist ist dies eher demotivierend für das Kind. Hier wieder der Hinweis: Solange der Lehrer begründen kann was er tut, ist alles gut.

Neben den Zielen sollten auch unbedingt der persönliche Musikgeschmack des Schülers erörtert werden. Hier sollte der Lehrer seine eigenen Präferenzen zurückstellen. Wenn Du also am liebsten Metal spielen möchtest und der Musiklehrer mit Jazz oder gar Volksmusik ankommt, ist das eher ein schlechtes Zeichen. Auch hier gilt aber: Nicht jede Stilistik kann ein Einsteiger sofort spielen. Wer also beispielsweise Beethovens Partetique in der ersten Unterrichtsstunde erwartet, wird überall auf Ablehnung stoßen.

4. Zusatzangebote

Schau Dir auch einmal die Zusatzangebote des Lehrers oder der Musikschule an. Insbesondere Musikschulen bieten gern noch Kurse, die Dein Wissen auf Deinem Instrument noch erweitern können. Dies wären zum Beispiel Kurse wie Musiktheorie, Improvisation, Songwriting, Rhythmik/ Percussion oder Band-Workshops. Dein Musiklehrer wird sie Dir zur passenden Zeit vorschlagen. Wenn sich Dein Lehrer allerdings partout weigert, musiktheoretische Grundlagen zu unterrichten weil es ein kostenpflichtiges Zusatzfach dafür gibt, solltest Du die Finger von ihm und der Musikschule lassen.

5. Der Preis

Als zahlender Kunde hast Du natürlich das Recht, auch auf den Preis des Musiklehrers zu schauen. Jedoch muss ich hier zu einer gewissen Vorsicht aufrufen: Privatunterricht für 10 Euro pro Stunde vielleicht sehr günstig erscheinen – ein ausgebildeter Lehrer, der weiß was er macht, wird dies aber mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht sein. Oftmals sind die vermeintlichen Musiklehrer selbst noch Schüler und wollen ihr erlerntes Wissen für ein Taschengeld weitergeben.

Einzelunterricht an einer Musikschule liegt derzeitig zwischen 60 und 120 Euro pro Monat mit einer halb- bis dreivierstel-stündigen Unterrichtseinheit pro Woche. In den Schulferien gibt es keinen Unterricht – bezahlt wird aber trotzdem, weil sich der Preis zumeist aus einem Jahresbeitrag durch zwölf Monate errechnet. Gruppenunterricht mit zwei bis zwölf Schülern (je nach Fach und Schule) wird abhängig von der Gruppenstärke immer günstiger.

Qualifizierter Privatunterricht kostet zwischen 20 und 60 Euro je Unterrichtsstunde (45 Minuten). Dafür ist er wesentlich flexibler: Du brauchst nicht zwingend viermal pro Monat erscheinen und kannst auch in den Schulferien Unterricht beziehen. Bedenke aber, dass ein zu großer Abstand zwischen den Unterrichtsstunden dem Lernprozess entgegen wirkt. In Großstädten bieten auch Musikstudenten gelegentlich vergünstigt Privatstunden an – mit der Verpflichtung, als Probeschüler ein- bis zweimal pro Semester an einer Lehrveranstaltung in der Musikhochschule teilzunehmen.

Autor: Mirko Schubert

Mirko ist Gründer, Chefredakteur und kreativer Kopf von Musiker Knowhow. Als Diplom-Musikpädagoge (FH), Komponist und Journalist liebt er es, musikalisches Wissen an andere weiter zu geben. Er unterrichtete bereits über 10 Jahre an verschiedenen Musikschulen die Fächer Klavier, Keyboard, Gesang und Songwriting.

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2 Kommentare

  1. Ich suche einen Privatlehrer für Klavierunterricht möglichst im Umkreis von 30-50km, z.B.in Lübben, Frankfurt, Fürstenwalde oder Berlin.

  2. Pingback: Kinder Musik spielen Musikinstrument

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