Faszination Gitarre in verschiedenen Ländern und Kulturen

Musikliebhaber, die sich derzeit zufällig an der Algarve aufhalten oder demnächst dorthin reisen, sollten unbedingt die Ausstellung “A Guitarra Portuguesa” im städtischen Museum von Portimão besuchen. Noch bis zum 30. September 2012 sind hier die Besonderheiten in Bau und Spieltradition des Instrumentes anschaulich dargestellt.

Wussten Sie schon, dass es viele Portugiesen gibt, die behaupten, der “Fado” würde ohne “ihre” Gitarre gar nicht existieren? In Portugal werden zwei Zupftechniken, die traditionell ohne Plektrum gespielt werden, unterschieden: “dedilho” (Spielen mit dem Fingernagel des Zeigefingers) und “figueta” (Zeigefinger und Daumen im Wechsel).

Alle Gitarren haben zwölf Saiten. Es gibt drei regionale Arten von portugiesischen Gitarren, die lange Zeit nur mit den Fingern gezupft wurden: Lissabon, Coimbra und Porto. Die Lisssaboner Gitarren haben einen runden Korpus und einen Kopf mit Spiralgehäuse, die Coimbra zeichnet sich durch einen längeren Korpus und eine tropfenförmige Rosette aus.

Schließlich gibt es die Porto, die noch mehr als die ersten beiden Bauarten einer Zither ähnelt. Dies ist dem starken maurischen Einfluss in Portugal und Spanien zu verdanken, die ihre “arabische Laute”, auch “al-oud”, ab 711 importierten. In der Renaissance verbreitete sich das Instrument und erfuhr die ersten Veränderungen hin zu einem flacheren Klangkörper.

In Spanien wurde die “Vihuela” entwickelt, die bereits stark nach dem heute gebräuchlichen Modell aussah. Doch im Barock starb diese aus, da sich die Anforderungen änderten und das Instrument lauter werden sollte. Die fünfchörige “Guitarra” schaffte den Durchbruch, allerdings mit starker Konkurrenz zur “Mandola” (um 1800).

Die nun folgenden Barockgitarren waren bereits sechsseitig, Resonanzleisten wurden eingebaut, der Körper dem Zeitalter entsprechend schön verziert und hielten nun Einzug in den Salons Wien und Londons. Viele Kompositionen aus dieser Zeit drücken die wachsende Beliebtheit der Gitarre aus, denn sie war ein verhältnismäßig leises und “preiswertes” Instrument.

Luigi Sagrini und Felix Horetzky sind nur einige bekannte Namen aus dieser Zeit. Im Bau perfektioniert wurde die Gitarre von Antonio de Torres ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Schlichter und ohne barocke Zierelemente, aber immer noch mit der charakteristischen Kopfform bildet dieser Typ immer noch die Grundlage für jede klassische Konzertgitarre.

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