Musik-Software: Das richtige Programm für Deine Aufnahme

Wenn Du Musik machst, wirst Du schnell an einen Punkt kommen, an dem Du Deine Musik für andere auf eine CD bannen möchtest. Statt in einem teuren Studio kannst Du mit nur wenig Aufwand Deine Musik auch zu Hause aufnehmen. Dieser Artikel hilft Dir dabei, Dich für die richtige Musik-Software zu entscheiden.

Ob nur für Dich, Deine Familie oder Fans, ob eine Demo-CD oder gleich ein ganzes Album – kaum ein Musiker kommt an der Aufnahme der eigenen Musik vorbei. Damit Du das ganze Studio auf Deinem Mac oder PC verwalten und qualitativ hochwertige Aufnahmen produzieren kannst, solltest Du Dich neben einem Audio-Interface auch nach der passenden Musik-Software umsehen.

Qualität zahlt sich aus

Nicht jedes Programm ist dafür geeignet, Musik zu produzieren. So kommt es bei einer vernünftigen DAW (Digital Audio Workstation) darauf an, gleichzeitig oder separat mehrere Spuren aufzunehmen, die Spuren zu bearbeiten und in einem virtuellen Mixer anzupassen. Musik-Software liefert auch häufig verschiedene Effekte wie Delay oder Flanger mit oder simuliert Gitarren- oder Bass-Verstärker. Software-Instrumente vom Drum-Sampler bis zum ausgewachsenen Synthesizer bieten Dir zudem Equipment, ohne teure Instrumente zu kaufen und auch Solisten zu unterstützen.

Zwar gibt es auch ein paar kostenlose oder sehr günstige Anwendungen. Doch selbst Einsteiger werden schnell an die Grenzen der Musik-Software* stoßen. Musik-Programme, die als Standard im kommerziellen Studio verwendet werden, sind inzwischen auch für den engagierten Hobbymusiker erschwinglich und bringen eine Vielzahl von Extras mit, die man sonst noch teuer dazu kaufen müsste.

Die gängigste Musik-Software im Überblick

Dennoch solltest Du je nach Musikstil und Präferenzen darauf achten, welche Funktionen Du tatsächlich benötigst. Eine Rockband wird sich beispielsweise mehr auf Audio-Aufnahmen spezialisieren und benötigt zumeist viele Gitarren-Effekte und -Instrumente zur Nachbearbeitung. Ein Live-DJ achtet dagegen eher auf zahlreiche Synthesizer und Sampler, die DAW sollte zudem auch für den Live-Betrieb geeignet sein.

  • Pro Tools von Avid
    Fangen wir mit dem Flaggschiff unter der Musik-Software an. Pro Tools bietet dem ambitionierten Musiker alles, was das Herz begehrt. Es unterstützt bis zu 96 Audio- und 512 Midispuren und bringt zahlreiche Software-Effekte und -Instrumente mit sich. Der Clou: Avid bietet eigene Hardware, auf der Effekte und Co. ausgelagert werden, um den Prozessor zu schonen. Allerdings sind Audio-Interfaces von Avid oder M-Audio vorausgesetzt. Pro Tools 10 gibt es für Windows und Mac OS X derzeit zu einem Straßenpreis von etwa 600 Euro, eine Express-Version liegt bei vielen M-Audio-Produkten bei.
  • Cubase von Steinberg
    Sehr häufig auf Windows-PCs ist Cubase in den Studios zu finden. Die Software ist ebenfalls ein Komplettpaket für die Aufnahme von Audio-, MIDI- und Software-Instrumenten und bringt auch die wichtigsten Plugins mit. Zwar hat Steinberg die Software schon wesentlich verbessert, Einsteiger sollten sich aber auf harte Arbeit einstellen, denn das Programm hat noch immer seine Ecken und Kanten. Für Cubase 7 auf Windows und Mac OS X musst Du derzeit etwa 570 Euro ausgeben, für die sehr abgespeckte Version “Elements” sogar nur 70 Euro.
  • Logic Studio von Apple
    Ausschließlich für den Mac bietet Apple die Musik-Software Logic Studio. Der Funktionsumfang ähnelt dem von Cubase und Pro Tools, jedoch mit einer auf den Mac abgestimmten und sehr benutzerfreundlichen Oberfläche. Zu Logic Studio für etwa 450 Euro zählen neben der eigentlichen DAW Logic Pro auch andere Programme wie die Live-Oberfläche MainStage, Soundtrack Pro zur Nachvertonung von Videos und eine riesige Sample-Bibliothek. Wer sich auf das Wesentliche beschränken möchte, zahlt für Logic Pro 9 lediglich 180 Euro. Eine speziell auf blutige Anfänger abgestimmte Version namens GarageBand liegt zudem beim Kauf jedes Macs bereits kostenlos bei.
  • Ableton Live von Ableton
    Musiker und DJs, die live auf der Bühne digitale Unterstützung benötigen, wird am meisten Ableton Live interessieren. Die Musik-Software ist einzig für den Live-Betrieb konzipiert und spielt vor allen Dingen Software-Instrumente und Loops ab, die man während der Aufführung manipulieren kann. Reine Audio-Produktionen sieht das Konzept kaum vor. Mit dem passenden Audio-Interface und DJ-Kopfhörer* ist Ableton Live 9 zwischen 350 und 600 Euro ein unverzichtbares Werkzeug für die Bühne. Zum Ausprobieren gibt es zudem die Inrto-Version für schlappe 80 Euro.
  • Reason von Propellerhead
    Wer analoge Studios mit zahlreichen Racks und riesigen Mischpulten gewohnt ist, sollte sich einmal Reason näher anschauen. Propellerhead bietet hier eine Musik-Software, bei der Du wieder ganz in die analoge Welt eintauchen, (virtuelle) Knöpfe drehen und Kabel ziehen kannst – und das bei einem ähnlichen Funktionsumfang einer ausgefeilten DAW. Statt also Millionen in Studiomöbel, State-of-the-Art-Mixer und Top-Kompressoren etc. zu investieren, sind die ca. 370 Euro gut angelegt – große Monitore vorausgesetzt.
  • FL Studio von Image-Line
    Fruity Loops Studio – oder kurz FL Studio – ist ähnlich Ableton Live pattern- und sample-basiert und eignet sich dadurch insbesondere für elektronische Musik. Die Musik-Software ist sowohl für große Produktionen als auch für den Live-Betrieb geeignet und bringt zahlreiche Generatoren, Software-Instrumente und Loops mit sich. Auch die Steuerung über zahlreiche Controller und Drumpads ist möglich – etwas, bei dem Ableton noch in den Kinderschuhen steckt. FL Studio 11 gibt es nur für Windows und ist für etwa 280 Euro erhältlich.

Für fast jede der genannten Musik-Software gibt es Testversionen, mit der Du schon einmal experimentieren kannst. Probiere doch einfach mal aus, mit welcher DAW Du am besten zurecht kommst, bevor Du sie Dir kaufst!

Autor: Mirko Schubert

Mirko ist der einstige Gründer von Musiker Knowhow. Als Diplom-Musikpädagoge (FH), Komponist und Journalist liebt er es, musikalisches Wissen an andere weiter zu geben. Er unterrichtete bereits über 10 Jahre an verschiedenen Musikschulen die Fächer Klavier, Keyboard, Gesang und Songwriting.

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