Snare Rudiments Teil 2: Single Stroke Four, Multiple Bounce Roll & Double Stroke Open Roll

Rudiments Titelbild

Letzte Woche habe ich Dir eine kleine Einführung in die Welt der Rudiments gegeben und dir bereits eines dieser “kleinsten Atome des Drummings” vorgestellt. In diesem Teil wollen wir drei weitere Rudiments in Augenschein nehmen, die Dir zu einem versierteren und vor allem musikalisch spannenderen Schlagzeugspiel verhelfen sollen. Hast du den ersten Teil verpasst empfehle ich Dir diesen durchzulesen und das erste Rudiment “Single Stroke Roll” zu üben, denn die kommenden Rudiments werden an spielpraktischer Schwierigkeit und musikalischer Komplexität zunehmen und die Kenntnis der Fachtermini eine wichtige Rolle spielen.

Hier gehts nochmal zum ersten Teil.

Single Stroke Four

Rudiments Single Stroke FourSingle Stroke Four – achte vor allem auf die beiden Kombinationsmöglichkeiten der Hände

Dieses Rudiment besteht wie auch die Single Stroke Roll aus alternierenden Single Strokes mit einem großen Unterschied: Du spielst statt einer Aneinanderreihung von immer gleichlangen Anschlägen (s. Teil I klangliche Beschreibung einer “Roll”) eine Triole gefolgt von einer Achtelnote. Insgesamt besteht also dieses kleine Pattern in seiner primären Form aus gerade mal vier einzelnen Anschlägen, welches diesem Rudiment auch ihren Namen verleiht.

Wie bereits im ersten Teil angemerkt, solltest Du zuerst langsam üben und auf deine Körperhaltung sowie deine “Stick Control” achten. Sollte Letztere verkrampft wirken, gehst im Tempo ein Stück wieder zurück und versuchst, eine lockere Bewegung aus den Handgelenken heraus zu erzielen. Die Single Stroke Four hat im Gegensatz zur Single Stroke Roll verschiedene Notenwerte. Daraus resultiert ein feste Abfolge der Hände, auf die Wert gelegt werden muss um eine korrekte Spielweise zu garantieren. Diese ermöglich jedoch darüber hinaus, einmal mit der einen oder der anderen Hand zu starten. Das heißt für Dich, dass Du die Single Stroke Four mit dem ersten Anschlag der rechten Hand (“R”) und der linken Hand (“L”) gleichmäßig üben solltest, um ein spielpraktische Beherrschung des Rudiments zu ermöglichen. Die Grafik oben verdeutlicht Dir beide Kombinationen.

Multiple Bounce Roll

Rudiments Multiple Bounce RollMultiple Bounce Roll – das “Z” soll den “Buzz”, das stete Surren der Snare verdeutlichen

Hier zählt vor allem eines: Gefühl! Dieses Rudiments ist mehr als eine Art Übung für die Verbindung von Motorik und Gefühl zu sehen, als das sie in der richtigen Musik oft stattfindet. Daher spielt hier auch das Tempo als eigentlich definierender Faktor des Drummings keine spezifische Relevanz. Der Begriff Roll findet vor allem in diesem Pattern seinen Ursprung, ist doch in diesem Rudiment die Erzeugung eines steten Sounds ohne Akzente das Ziel.

Das merkwürdige Notenbild beschreibt an sich eine einfach erklärte Sache: halte Deine Sticks locker und steigere da Anschlagstempo, bis Du ein gleichmäßiges Surren der Snare hörst. Hierbei ist es von größter Bedeutung, dass man idealerweise keine Einzelschläge wahrnehmen kann sondern einen steten Fluss des Geräuschs. Hier ist also im wahrsten Sinne des Wortes Fingerspitzengefühl gefragt. Vielleicht hiflt es Dir, wenn du dir einen Trommler vorstellst, welcher – wie oft in Filmen dargestellt – mit genau diesem Pattern Spannung mit einem Trommelwirbel erzeugt.

Ein hilfreicher Tipp: um mehr Sustain aus deinem Anschlag zu holen ist es effektiver etwas “off center” zu spielen. Das heißt für dich, dass du etwas oberhalb des Zentrums der Snare anschlagen solltest, da dort einzelne Anschläge nicht so sehr separiert zu hören sind wie in der Mitte.

Double Stroke Open Roll

Rudiments Double Stroke Open RollDouble Stroke Roll – achte auf die zwei aufeinanderfolgenden Anschläge der Hände

Wir verlassen die Single Strokes und schauen uns das erste Rudiment der Double Strokes an. Die Double Stroke Open Roll hat ebenfalls ein auffällig schlichtes Notenbild. Dieses Pattern legt vor allem Wert auf gleichmäßige Anschläge deiner Hände. Achte also darauf, dass der jeweils zweite Schlag der jeweiligen Hand nicht nur ein “Bounce”, also ein leiserer Nachschlag bzw. Echo des ersten Schlags, sondern ein gleichlauter Anschlag der gleichen Bewegungsintensität ist.

Hierfür ist es wieder hilfreich, zuerst sehr langsam mit Metronom zu üben um diese gleichmäßigen Anschläge zu meistern. Sobald diese flüssig ohne große Anstrengung und Unterschiede bei Klang und Lautstärke funktionieren, kannst Du das Tempo schrittweise erhöhen. Hierbei wirst Du merken, dass das Absenken der Sticks bei immer höherem Tempo von Vorteil ist. Hierbei musst Du trotzdem beachten, dass du nicht verkrampfst sondern wie immer alles locker aus dem Handgelenk kommt.

Übe nun diese 3 Rudiments und versuche, diese in dein Schlagzeugspiel zu integrieren und zu verändern, indem du diese auf dein Kit verteilst. Im nächsten Teil werden wir weitere Rudiments betrachten um dem Abwechslungsreichtum deines Drummings noch mehr Farben zu geben.

Bild: © Rick Cogley / flickr

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