Snare Rudiments Teil 3: X Stroke Rolls

Rudiments Titelbild

Im letzten Teil unsere kleinen Serie habe ich Dir mit der Double Stroke Open Roll ein Double Stroke Roll Rudiment näher gebracht. Wir haben gesehen, dass bei diesem Pattern jede Hand abwechselnd je 2 aufeinanderfolgende unakzentuierte Schläge spielt um so einen unendlichen Fluss an Hits erzeugt. Wenn wir diesen aber nun zeitlich begrenzen tauchen wir damit in die kleine Welt der X Stroke Rolls ein. Wie Du diese meistern kannst, möchte ich Dir nun zeigen.

Six Stroke Roll

Rudiments Six Stroke RollAkzent, Doppel, Doppel, Akzent

Wir werden nun wieder ein paar ausgewählte Rudiments dieser Untergruppe beleuchten. Die gewonnenen Erkenntnisse kannst du aber auch ebenso auf die hier nicht näher erläuternden Pattern dieser Kategorie anwenden. Kommen wir nun zuerst zur Six Stroke Roll. Wie der Name schon verrät, besteht dieses Rudiment aus 6 Schlägen. Um die verschieden langen Stroke Rolls zu verstehen, musst Du zuerst ihr spezielles Grundgerüst freilegen.

Im Grunde genommen besteht die Six Stroke Roll aus 4 aufeinanderfolgenden Sechzehntel-Note, wobei die erste und letzte akzentuiert werden. “Moment. Das sind doch aber nur vier Schläge?”…Ja, aber stell Dir nun vor, dass du die beiden Noten in der Note doppelt so schnell spielst wie die Akzente am Anfang und Ende. Du erhälst ein Pattern von sechs Schlägen. “Aber das Notenbild zeigt was anderes.” Ja, das was du oben siehst ist die offizielle geläufige Schreibweise. Diese können gern etwas komplizierter aussehen, als sie eigentlich sind, daher müssen wir versuchen zum Kern des Rudiments vorzudringen. Du kannst Dir die Six Stroke Roll auch so vorstellen:

Rudiments Six Stroke Roll BreakdownDie verschiedenen Variationen der Notation der Six Stroke Roll

Wie du hier siehst, kannst Du dir zuerst ein Gruppe aus 4 Sechzehntelnoten vorstellen. Dann ergänzt Du die beiden mittleren Noten mit einem Diddle und schon hast du eine Six Stroke Roll. Um diese On-Beat erst einmal üben zu können, kannst Du wie in der Grafik dargestellt einen zusätzlichen Anschlag am Ende des Rudiments einfügen um immer auf schwere Zählzeiten zu landen. Später kannst Du die Rolls ohne Unterbrechung verbinden und schneller werden.

Nine Stroke Roll

Rudiments Nine Stroke RollSpiele diese in zwei Varianten: mit und ohne abschließenden Akzent

Auch bei diesem Pattern schauen wir uns zuerst das Grundgerüst an. Die sechsschlägige Roll weiter oben haben wir zum Üben in 4 Sechzehntelnoten und eine abschließende Viertel zerlegt, wobei die beiden mittleren Noten der Sechzehntelgruppe dopplet so schnell gespielt und die erste und letzte lediglich akzentuiert wurden. Stell Dir nun vor, dass für die Nine Stroke Roll alle 4 Sechzehntel doppelt angeschlagen werden. wir erhalten dann zusammen mit dem darauf folgenden Single Stroke 9 Schläge. Zu Beginn empfehle ich Dir, dass Du alle Noten zuerst in der gleichen Lautstärke spielst. Anschließend spielst Du alle Diddle leiser und akzentuierst die letzte Single Stroke Note. Auch hier ist wie immer die Kombination aus guter Grundspannung des Körpers und lockerem Anschlag aus dem Handgelenk der Schlüssel zum Erfolg.

Nach der Nine Stroke Rollfolgen die Ten, Eleven, Thirteen und Fifthteen Stroke Roll jeweils mit der namensgebenden Anzahl an Anschlägen. Diese haben auch wie die beiden bisher beschriebenen Rudiments ein im Kern simples Grundgerüst, welches durch Diddles erweitert wird. Diese Betrachtungsweise findet seinen Höhepunkt in der folgenden letzten Stroke Roll.

Seventeen Stroke Roll

Rudiments Seventeen Stroke Roll

Diese Roll besteht wie der Name schon sagt aus 17 Schlägen. Einfacher gesagt: 2 vollständige Sechzehntelgruppen, wobei alle doppelt als Diddles gespielt werden und ein abschließender Akzent auf einer Viertel. “eins-e-und-e zwei-e-und-e drei”. Noch einfacher gesagt: Spiele eine halbe Note lang konstante Diddle und schließe mit einem Single Stroke ab.

Rudiments Seventeen Stroke Roll BreakdownDas Grundgerüst der Seventeen Stroke Roll

Wie du siehst, kann man mit dieser Art Vereinfachung zu Beginn komplex anmutende Pattern auf ihren Ursprung herunterbrechen und so besser verstehen und üben. Selbst die noch so kompliziert anmutenden Rudiments inklusive ihrer teils schwer zu entziffernden Notation haben ihre Wurzeln in der Praxis und wurden nicht am Reißbrett theoretisch zusammengefügt, sondern vielmehr durch Kombination vieler kleiner musikalischer Bestandteile über Jahrhunderte geformt. Die Notation ist nur eine visuelle Projektion dessen, was in der realen Welt als Musik ans Ohr dringt.

In der nächsten Ausgabe werden wir uns mit weiteren Rudiments beschäftigen und in die Welt der (Para-)Diddles eintauchen. Bis dahin wünsche ich Dir viel Spaß mit dem Üben der vorhin vorgestellten Stroke Rolls.

Bild: © Rick Cogley / flickr

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