Snare Rudiments Teil 4: Diddly Diddly Do – Der Paradiddle

Rudiments Titelbild

Standen in den bisherigen Episoden vor allem Rolls in der genaueren Betrachtung werden wir uns heute in tiefere Gewässer wagen. Im vierten Teil unserer Beitragsreihe rund um das Thema Snare Rudiments wollen wir uns diesmal mit den Paradiddles beschäftigen. Ein tausendfach gehörtes rhythmisches Phänomen ist es ein musikalischer Grundstein der perkussiven Klangwelt, der zwar einerseits gut ins Ohr geht aber auch erstmal beherrscht werden will. Genau damit will ich Dir heute etwas unter die Arme greifen.

Waren die Snare Rudiments in den ersten 3 Teilen konzentrationstechnisch und spielerisch mit etwas Übung überschaubar, werden die nun kommenden Pattern motorisch komplexer und verlangen ein gutes Handling der Sticks sowie saubere Differenzierungen der Akzente. Darüber hinaus verlangen Paradiddles einen komplizierteren Wechsel der Hände. Daher empfehle ich Dir zwischen Traditional und Matched Grip zu wechseln um zu schauen, mit welchen du die ersten Schritte für die Pattern besser meistern kannst. Doch zuerst einmal zum Urschleim des Paradiddle.

Single Paradiddle

Single ParadiddleDer einfache Paradiddle: achte vor allem auf die Akzentuierung und den Wechsel der Hände

Wie wir bereits im ersten Teil unserer Reihe festgestellt haben, besteht ein Single Paradiddle aus zwei Single Strokes und einem Double Stroke. Daraus resultiert, dass sich unsere Hände beim Double Stroke abwechseln. Jedoch ist nicht der Double Stroke, sondern der Upstroke vor dem akzentuierten Schlag das Geheimnis für einen sauberen Paradiddle, welcher der grundlegenden “SCHWER leicht leicht leicht”-Betonung folgt. Wie immer solltest Du langsam beginnen um jeden Schlag und auch die Bewegung zwischen diesen verstehen und verinnerlichen zu können.

Double Paradiddle

Double ParadiddleSprich am Anfang den Namen des Rudiments mit um es besser üben zu können

Hier kommt es ganz auf die Betonung und die Verteilung an. In seiner grundlegenden Form ist der Double Paradiddle eine Erweiterung um je zwei Single Strokes einer Variante. Dadurch ensteht ein 3/4-taktiges Feeling, welches man durch eine Silbenverteilung auf die einzelnen Strokes noch verdeutlichen kann: DOU-ble pa-ra-did-dle DOU-ble pa-ra-did-dle. Wenn Du das mitsprichst kannst du ein natürliches Gefühl für die Betonung der Strokes und die Bewegung der Sticks entwickeln. Beachte auch hier, dass die letzte Note vor dem Diddle (also das ra) einen Upstroke erzeugt, der dann den nächsten Akzent auf das DOU erzeugt. Wie auch beim Single Paradiddle ist das für ein relaxtes und saubere Paradiddle-Spiel unabdinglich.

Triple Paradiddle

Triple ParadiddleAchte in der grundlegenden Form auf die gleichmäßig unakzentuierten Schläge

Auch hier hilft Dir das Sprechen des Namens beim Erlernen des Rudiments. Der Triple Paradiddle verteilt jedoch im Vergleich zum Double Paradiddle auf die beiden Silben TRi und ple jeweils zwei Strokes, wobei das TRi sogar einen akzentuierten und einen unbetonten Anschlag auf eine Silbe vereint. Zusammen ausgesprochen bedeutet das für dieses Rudiment: TRi-ple pa-ra-did-dle TRi-ple pa-ra-did-dle. Zwar ist auch hier der Upstroke und der betonte Anschlag von großer Bedeutung für ein flüssiges Spiel dieses Patterns, doch musst Du hier deinen Fokus auch auf die vielen unbetonten Anschläge legen, denn nur die klare Differenzierung in der Betonung machen hier das Salz in der Suppe aus.

Paradiddle-Diddle

Paradiddle-DiddleZwei Single Strokes und zwei Diddles: der Paradiddle-Diddle

Erinnerst du dich noch an die Six Stroke Roll aus Teil 3? Dort findest Du eine ähnliche Aufteilung wie auch jetzt beim Paradiddle-Diddle. Dieser ist heutzutage das wohl am meisten verwendetste Rudiment überhaupt. In seiner Grundform beginnst mit einem betonten Single Stroke der rechten Hand, gefolgt von einem unbetonten in der linken. Anschließend noch zwei Diddles und fertig ist das Pattern…falsch gedacht! Der Diddle der rechten Hand wird zum Upstroke um den anschließend Akzent wiedergeben zu können. Achte dabei darauf, dass Du beide Anschläge des Diddles gleichmäßig hälst und nicht forcierst. Übe wie immer erst langsam und steigere dann das Tempo. Um zur Variante der linken Hand zu gelangen spielst Du zwei Paradiddle-Diddles und einen Single Paradiddle. Dadurch wird die Betonung verändert und du kannst dieses Muster nun in Schleife spielen und dabei immer die Hände wechseln.

Die Paradiddle-Königsdiziplin

Nach einiger Zeit dürftest du alle vier verschiedenen Paraddidle-Pattern in der jeweiligen grundlegenden Form beherrschen. Der nächste Schritt ist die Einführung mehrerer Betonungen in den verschiedenen Paradiddle-Rudiments. Achte hier vor allem auf die Upstrokes vor den Akzenten.

Solltest du noch mehr Herausforderung für die Paradiddles suchen, dann versuche Dich an der Übung von Dr. John Wooten, des “Drum-Rudiment Professors” schlechthin. In diesem Video beginnt die Übung ab 5:24.

In den kommenden Teilen werden wir weitere Rudiments kennen lernen und tauchen ein in die Welt der Flam Rudiments.

Bild: © Rick Cogley / flickr

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