Digitaler Musikvertrieb: Die 5 besten Aggregatoren im Vergleich

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Spotify und Co. sind die Zukunft der Musikindustrie oder vielmehr bereits die Gegenwart. Während sich nur noch beherzte Sammler und Nostalgiker auf Vinyl stürzen, beziehen die meisten Musikkonsumenten ihre Songs längst auf digitalem Wege. Auch als Newcomer oder independent Musiker kann man davon profitieren und seine Musik dort vertreiben. Da sich der Dienstleister aber nicht mit endlosen Urheberrechtsprüfungen befassen will, arbeitet er mit sogenannten Aggregatoren zusammen. Diese externen Anbieter prüfen Copyrights und verwalten die Songs. Hier findest du die 5 besten Aggregatoren im Vergleich.

Wollt ihr also eure Musik auf Spotify anbieten und seid bei keinem Label unter Vertrag, so kommt ihr an den Aggregatoren nicht vorbei. Auf direktem Wege geht es nicht. Allerdings zahlt Spotify jedem Tantiemen, dessen Musik abgespielt wurde, egal ob man ein Platinalbum draußen hat oder als Garagenband seine Demoaufnahmen unter die Leute bringen will. Außerdem ist es für den Hörer recht verlockend. Spotify ist nämlich in der Basisversion „noch“ kostenlos, wenn auch werbeunterstützt. Das führte in den letzten Monaten zu einem regen Zulauf.

Egal welchen Aggregator man sich für den Vertrieb ausgesucht hat, es wird 6 bis 7 Tage dauern, bis die Musik letztlich auf Spotify verfügbar ist. Wenn die Songs ausgeliefert sind, so braucht es eben Zeit bis sie geprüft, komprimiert und hochgeladen sind. Mit der Bezahlung sieht es nicht anders aus. Über zwei Monate können schon mal vergehen, bis Tantiemen eingehen. Wird die Musik also zum Beispiel im August abgespielt, so ist die Statistik im Oktober ausgewertet und die Bezahlung erfolgt. Das kann etwas frustrierend sein aber die Verwaltung dauert leider ein Weilchen. Man ist schließlich nicht der einzige Künstler auf Spotify. Gute Promotion und eine treue Hörerschaft zahlen sich letzten Endes aber aus.

Die Aggregatoren: Ohne gehts nicht!

Um sicherzugehen, dass die Musik, die ihr über Spotify anbietet auch wirklich aus eurer Feder stammt, arbeitet der Dienstleister mit Aggregatoren zusammen, die sich als eine Art Label für den Online-Musikvertrieb etabliert haben. Wie es auch mit Plattenlabels ist, gibt es nicht wenige dieser Dienstleister. Wer ordentlich recherchiert, hat dann allerdings auch eine große Auswahl. Denn die Leistungen und die Kosten sind recht unterschiedlich. Nicht zuletzt setzt auch jeder Künstler seine Prioritäten anders.

Spotify unterscheidet zwischen den Artist Aggregators und den Label Aggregators. Für labelunabhängige Künstler sind natürlich die Artist Aggregators interessant. Die bekanntesten sind TuneCore, CDBaby, Emubands und Record Union. Als Geheimtipp gilt AWAL.com, aber alles der Reihe nach…

TuneCore

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TuneCore wirbt damit, dass man 100% der Rechte an seiner Musik behält und 100% der Einnahmen bekommt. Dabei kostet die Single 9,99 Dollar und ein Album 29,99 Dollar im ersten Jahr, danach wirds mit 49,99 Dollar schon deutlich teurer. Soweit erstmal das individuelle Angebot “Music Distribution”, außerdem gibt es bei TuneCore noch eine Art “Rundum-Sorglos-Paket” mit Namen “Music Publishing Administration”, wo TuneCore sozusagen als Label einspringt. Hier muss man einmalig 75 Dollar löhnen und bekommt dann 90% der generierten Einnahmen.

Wie die meisten anderen auch, bietet TuneCore neben Spotify auch den Vertrieb über iTunes, Amazon, Google Play, Youtube, xbox music und zahlreichen weiteren Dienstleistern an. Das ist ein wichtiger Aspekt. Die großen Musik-Online-Stores sollte man schließlich abdecken, wenn man sich schon an einen Aggregator wendet.

CDBaby

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Auch CDBaby stellt eure Musik neben Spotify auf anderen namhaften Dienstleistern wie iTunes, Amazon, Google Play und Facebook bereit. Hier gibt es drei Pakete:

1. Standard: 9,95 Dollar pro Single, 49 Dollar pro Album

Leistungen:

  • weltweiter digitaler Vertrieb
  • weltweiter CD-Vertrieb
  • Verkauf der Musik über cdbaby.com
  • Verkauf der Musik über Facebook
  • Monetarisierung via Youtube
  • Lizenzen für TV, Film und Spiele

2. Pro: 34,95 Dollar pro Single, 89 Dollar pro Album

Beim Pro-Paket kommen zu den Standleistungen noch folgende hinzu:

  • Registrierung bei ASCAP und BMI
  • Song-Registrierung bei globalen Inkassoagenturen
  • Weltweites Einsammeln der Tantiemen

3. Das Free-Paket kostet zwar nichts, bietet dafür aber auch weniger Leistungen:

  • Downloads auf cdbaby.com verkaufen
  • Downloads über Facebook verkaufen
  • Downloads über die eigene Webseite verkaufen

Emubands

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Dieser Musik Aggregator arbeitet mit einer einfachen Pauschale pro Veröffentlichung. Es werden folgende Leistungen geboten:

  • Hunderte von Läden
  • Lebenslange Unterstützung
  • 100% der Tantiemen gehen an den Künstler

Eine Single mit bis zu 2 Songs kostet 32,50 Euro. Für eine EP von 3 bis 5 Songs zahlt man 44,95 Euro und ein Album von 6 bis 20 Songs kostet 64,95 Euro. Wer also einen Festpreis für seine Veröffentlichung bevorzugt und die Einnahmen gänzlich einsacken will, ist hiermit gut beraten. Natürlich lässt sich im Vorfeld oft schwer einschätzen, wie hoch die Einnahmen letztlich ausfallen.

Record Union

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Hier kostet eine Single mit bis zu 2 Tracks 7 Dollar, eine EP mit 3 bis 5 Tracks 10 Dollar und ein Album mit 6 bis 11 Tracks 13 Dollar. Die Preise scheinen auf den ersten Blick durchaus fair zu sein. Allerdings haben die meisten Alben mehr als nur 11 Songs. Der Vertrieb gilt dann für ein Jahr und wird erneuert, solange man den Service nicht cancelt. Hier sind die fünf Dienstleister Spotify, iTunes, Tidal, Google Play und Deezer integriert.

Legt man für die Single 15, für die EP 20 und für das Album 25 Dollar auf den Tisch so kommen Amazon, Rdio, 7 Digital, MixRadio und mehr hinzu. Für je 2 Dollar kann man weitere Stores hinzufügen.

Der Service beinhaltet eine monatliche und detailierte Berichterstattung über die Verkäufe der eigenen Songs und tägliche Statistiken von Spotify. Den Veröffentlichungstermin kann man selbst festsetzen und es den Fans ermöglichen, Musik vorzubestellen.

AWAL.com

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Hier erhält man einen Vertrag der sich stets nach 30 Tagen automatisch verlängert, dem Künstler aber auch die Möglichkeit bietet im Intervall von 30 Tagen zurückzutreten. Die Kosten sind ganz einfach festgelegt: 15% der Einnahmen gehen als Provision an AWAL.com. Weitere Gebühren fallen nicht an.

Die Inhalte werden an mehr als 200 Online Stores ausgeliefert. Darunter natürlich auch die ganz großen wie Spotify, iTunes, Amazon und Google Play. Der Künstler erhält einen monatlichen Bericht über die Verkäufe.

Fazit

Für kleines Geld kann man durch die Aggregatoren also bei den wichtigsten Online Stores und Streamingdiensten landen. Welches Angebot für wen aber nun das beste ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Manche Leistungen rentieren sich eher, wenn man schon eine solide Fanbase hat, während sich andere eher für Newcomer eignen. Ob einem nun vertragliche Freiheiten, wie ein unkomplizierter Ausstieg oder aber das Einbehalten der kompletten Tantiemen wichtiger ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Unterm Strich ist diese Art der Online-Musikvermarktung aber durchaus positiv zu bewerten, da sie eine perfekte Alternative zur Piraterie darstellt. Eine immens große Hörerschaft der verschiedenen Dienstleister zeigt, dass sich viele Musikkonsumenten eben doch für den legalen Weg entscheiden und ihre Lieblingskünstler gerne unterstützen.

Bild: © Deezer

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1 Kommentar

  1. Hi,
    soweit ich weiß operiert Emubands nur im United Kingdom und in den USA. Ist es möglich in Deutschland auf bspw. die USA itunesseite (wo die Musik verkauft werden würde) zuzugreifen? Oder wie verhält es sich mit dem Anbieter Emubands und dem deutschen ITunes ( oder ist iTunes international und landesübergreifend in Sachen Angebot?)

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