Beatboxing leicht lernen: Musik machen mit dem Mund

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In jeder Fußgängerzone der Metropolen dieser Welt trifft man mindestens einen Typen, der das Beatboxing voll drauf hat, aber ist es möglich, sich diese Technik leicht selbst zu lernen? Denn schließlich scheint man damit, zumindest wenn man die Grundtechniken beherrscht und wenn man sich selbst gut vermarkten kann, auch Geld verdienen zu können. Gut, wirklich reich werden damit wohl nur die Wenigsten, aber zumindest reicht es, um sich das knappe Studenten-Budget ein wenig aufzubessern. Wie man mit dem Mund Musik machen kann, soll in diesem Beitrag etwas näher erläutert werden.

Das braucht man für den erfolgreichen Einstieg

Bis auf Oma Erna in Hinterkleckersdorf kennt es wirklich jeder: Beatboxing! Und so ziemlich jeder hat es auch schon mal selbst mehr oder weniger erfolgreich versucht. Aber nur ganz Wenige bleiben an der Sache dran und schaffen den Durchbruch. Damit man selbst Musik mit dem Mund machen kann, braucht es also vor allem ein paar wichtige Basics: Einen starken Willen, viel Geduld, Kreativität, Zeit und natürlich Mund und Ohren. Der starke Wille ist Grundvoraussetzung, denn man sollte sich darüber im Klaren sein, dass Typen, die das Beatboxen für sich entdeckt haben, dabei oft ziemlich ihr Gesicht verziehen und komische Grimassen schneiden. Und natürlich klappt auch nicht immer gleich alles von Anfang an, deshalb braucht man schon eine Menge Geduld und Durchhaltevermögen. Kreativität ist auch ganz wichtig, denn wenn die Leute immer nur dieselben drei Beats hören, verlieren sie schnell das Interesse und gehen weiter. Es ist also enorm wichtig, sich mit der Zeit so viele unterschiedliche Beats und Techniken anzueignen, wie nur möglich. Klar, dass das am Anfang erst einmal zu kurz kommt, denn da geht es erst einmal nur um die Grundlagen. Ebenfalls von enormer Bedeutung: Taktgefühl, denn genau wie beim Schlagzeug spielen kommt es stark darauf an, den Takt halten zu können.

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Die ersten Schritte im Beatbox-Universum

Heutzutage werden vier Grundbegriffe, die sich ganz klar am klassischen Drumset orientieren, unterschieden: Kick (b), Hi-Hat (tz), Snare (pf) und Inward-Snare (kch). Mit dem Kick (b) wird natürlich die Bassdrum am Schlagzeug simuliert. Ein langgezogenes tz simuliert den Schlag auf eine geschlossene Hi-Hat und die ganz schnell hintereinander gesprochenen Buchstaben p und f ergeben den Schlag auf die Snare. Und mit dem kch simuliert man eine Art Rimshot auf der Snare. Dafür wird die Zunge ganz fest an den oberen Gaumen gepresst. Danach wird Luft eingesaugt und gleichzeitig werden die Außenseiten der Zunge wieder vom Gaumen gelöst.

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Welchen Beat zum Einstieg?

Zunächst einmal sollte man an einen Ort wechseln, an dem man sich zugleich wohlfühlt und an dem es möglichst viel Hall gibt. Nun kann nicht jeder eine beheizte Werkhalle oder einen Schlosssaal sein Eigen nennen – dann tut es für die ersten Trainingssessions auch die Duschkabine im eigenen Badezimmer oder auch eine Straßenunterführung. Für den Anfang gibt es drei einfache Übungen, mit denen man erst einmal austesten kann, mit welchen Mundbewegungen man überhaupt Töne hervorbringen kann. Der Klassiker ist, so komisch es auch klingt, die Wortgruppe „Böse Katze“. Hier lässt man einfach alle Vokale weg und spricht nur noch die Konsonanten, also nur noch „B S K T Z“. Diese Buchstaben gruppe sollte man nun ein paar Mal vor sich hinsagen und dabei sollte man sich ein Schlagzeug vorstellen. Das weiche B sollte dabei eher wie ein hartes P gesprochen werden. Dieses B bildet eben die Bassdrum und sollte möglichst tief unten durch die Lippen gepresst werden, so dass ein tiefer Sound entsteht. Das S wird zum TZ und bildet damit die Hi-Hat ab und das K steht für die Snare. Mit dieser Übung bekommt man schon einen ersten Eindruck von den vielfältigen Möglichkeiten der Instrumentenimitation und man lernt auch gleich ganz intuitiv den ersten Takt. Eine wirklich hilfreiche Serie für den Einstieg sind die Video-Tutorials von Youtuber SoCloseToToast:

Üben, üben, üben

Das erste Drumpattern sitzt. Nun heißt es Dranbleiben und weiter an der Technik feilen. Besonders wichtig ist der richtige Luftdruck, mit dem man die Töne herausbringt. Das Gute beim Üben fürs Beatboxing ist, dass die Stimmbändern gar nicht oder nur ganz schwach beansprucht werden. Eine Reizung ist also nahezu ausgeschlossen und man kann stundenlang problemlos üben. Klappen nun die ersten Übungen, können auch die Rhythmen besser in den Sound integriert werden. Als zusätzlichen Fill kann man den Zungenschnalzer in den verschiedensten Variationen einsetzen. Was auch immer sehr cool kommt, ist das Imitieren des Scratchen auf einem Plattenspieler. Besonders gut klappt das mit englischen Wörtern mit „L“, zum Beispiel bei „Ladies and Gentleman“. Man kann sich zudem auch auf den einschlägigen Video-Plattformen diverse Clips anderer Beatboxer ansehen und sich dabei so Einiges an Inspiration holen. Aber Vorsicht: Abkupfern ist uncool und man gilt dann schnell als Style Biter, also als Nachahmer. Besonders beliebt bei den Könnern: Das Covern bekannter Klassiker, wie zum Beispiel eines Hits der Jackson5:

Was kommt als Nächstes?

Wer fleißig übt, wird mit der Zeit immer besser und wenn dann die Nachbarn einen neuen Schlagzeugschüler in der Nachbarschaft vermuten, dann ist man auf dem richtigen Weg. Nun kann man schon mal darüber nachdenken, mit seinen Skills in die Öffentlichkeit zu treten. Das bietet sich beispielsweise an, wenn man abends mit Freunden auf Party ist und ewig lange auf den Bus warten muss. Die Zeit verkürzt man sich mit Beatboxen und bekommt dann hoffentlich gleich ein aufschlussreiches und ehrliches Feedback, von Leuten, denen man vertraut. Ist diese Hürde genommen, so kann man noch über die Anschaffung von elektronischen Helfern nachdenken. Mikrofon, Kabel und Loopstation sind dann eigentlich auch schon alles, was man für die erste kleine Beatbox-Show benötigt. Damit kann man diverse Spuren aufnehmen, diese immer wieder in Endlosschleife abspielen lassen und dann über diese Beats singen oder rappen. Das bringt mehr Abwechslung und sorgt für zusätzliche Vielfalt. So wird aus einem Beatbox-Rookie schnell ein echter Profi.

Bilder & Videos: © Eva Cuenca Cerdan, Celine Nadeau, vintagedept, Flickr / SoCloseToToast, KRNFX / Walk off the earth

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