Freedrum Virtual Drumkit: Das Schlagzeug für die Hosentasche

freedrum_2016_03

Wer einfach immer und überall seine Drum-Skills verbessern will und dabei nicht ständig am Drumset sitzen will und kann, für den gibt es jetzt ein neues Gadget: Das Freedrum Virtual Drumkit, eine Art Schlagzeug für die Hosentasche. Drummer brauchen dann nur noch ihre beiden Sticks, ein Smartphone mit zugehöriger App und eben zwei Paar der bewegungssensiblen Sensoren. Damit wollen die Entwickler das Schlagzeugspielen und vor allem das Üben und das Songwriting revolutionieren. Wir haben das neue Tool für euch einmal genauer unter die Lupe genommen.

Es gibt eben einfach Dinge, die sind so einfach, dass man sich oft fragt, warum man darauf nicht auch selber gekommen ist. Das Freedrum Virtual Drumkit gehört dazu und wird wohl vielen Schlagzeuger ein Glitzern in die Augen zaubern, denn damit kann man in Zukunft immer und überall Schlagzeug spielen, ohne überhaupt ein Drumset besitzen zu müssen. Entweder man nutzt das Ganze als Übungsset, wobei natürlich der Widerstand der Fußmaschine oder auch das Zurückfedern von den Fellen fehlt, oder man speichert spontan neue Drumpatterns ab, die einem gerade in der U-Bahn oder bei der Mittagspause eingefallen sind.

Bye Bye Aerodrums?

freedrum_2016_01

Schon 2012 hatte sich ein Start-Up aus Liverpool daran gemacht, das Schlagzeugspielen ohne Drumset zu erfinden und hat Aerodrums auf den Markt gebracht. Aber im Gegensatz zum neuen System braucht man dabei neben speziellen Sticks auch noch eine Highspeed-Kamera. All die Zusatzgadgets entfallen durch das neue Bluetooth-Drumkit. Das neue System ist auch speziell für die mobile Nutzung designt wurden, während Aerodrums noch einen Mac oder einen PC erfordert haben. Freedrum ist also sowohl für die Nutzung zuhause als auch unterwegs geeignet.

Alles in Bewegung – so funktioniert das mobile Drumkit

freedrum_2016_02

Eigentlich ist das Funktionsprinzip des virtuellen Drumkits so simpel und offensichtlich, dass man erst einmal darauf kommen muss. Ein Basis-Set besteht aus zwei akkubetriebenen, bewegungsempfindlichen Sensor-Einheiten, die per Bluetooth mit dem Smartphone oder dem Tablet gekoppelt werden. Zudem gibt es je zwei Haltebänder für die Befestigung an den Sticks und für die Befestigung an den Schuhen. Auch ein Micro-USB-Ladegerät liegt dem Paket bei. Wer mit beiden Händen und beiden Füßen spielen will, muss sich dann noch zusätzlich ein weiteres Paar Sensoren kaufen. In jeder Sensor-Einheit steckt ein Gyroskop, also ein Beschleunigungs- bzw. Lagesensor, der auf kleinste Beschleunigungen, Drehbewegungen oder Lageänderungen reagiert. Die Sensoren werden einfach an den Drumsticks über das Halteband mit Klettverschluss angebracht, die Verbindung mit dem Smartphone wird per Bluetooth hergestellt und die App verwandelt die Bewegungen in der Luft bzw. der Füße in Töne aus Becken, Snare und Toms. Nach einer Ladezeit von einer Stunde sollen die Sensoren sieben Stunden Spielen ermöglichen. Alles ist ziemlich einfach gehalten: ein An- und Aus-Schalter sowie eine LED, welche den Verbindungsstatus sowie den Akkustand anzeigt. Alles verpackt in ein Gehäuse aus robuster Hartplaste. Alles zum Design und zur Funktion gibt es für euch in diesem Video:

Schon über 2.000 Unterstützer

freedrum_2016_03

Erst vor zehn Tagen, also am 07. November 2016, war das Kickstarter-Projekt des jungen Start-Ups gestartet und binnen kurzer Zeit hat man schon mehr als 300.000 US-Dollar einsammeln können. Damit konnte das Ziel von 150.000 US-Dollar um mehr als das Doppelte übertroffen werden. Die Early-Bird-Angebote sind alle schon ausverkauft, aber einige Premiumpakete sind noch zu haben. Einen Wehrmutstropfen gibt es allerdings, denn bis zur Auslieferung soll es laut den Entwicklern noch bis zum August 2017 dauern.

Wo ist der Haken?

freedrum_2016_04

Weiteres kleines Manko: Erst einmal wird das Ganze nahezu ausschließlich mit Apple-Devices funktionieren. Für iPhone und iPad empfehlen die Entwickler iOS 10.0 und neuer. Aber auch auf dem Mac und unter Windows 10 läuft die App. Die Entwickler geben aber auch an, dass sich das System auch mit diversen Musiker-Apps wie Bluetooth Midi, e.g. DM1 by Fingerlab, MoDrum und Vatanator Drum Machine nutzen lässt. Auch die Nutzung von iOS mit der Apple-Recording-Software Garageband wurde getestet und soll funktionieren. Zu der Intension, die hinter dem Projekt steht, sagte der Gründer August Bering: „Wir wollen das Schlagzeugspielen aus den Hightech-Studios heraus nach draußen bringen, auf euer Sofa, oder jeden anderen Ort, zu den ihr zusammen mit eurem Smartphone gelangen könnt.“ Somit dürften wir wohl bald Youtube-Videos von Schlagzeuger auf Berggipfeln oder auch einfach nur vom Rücksitz eines Kleinwagens zu sehen bekommen.

Bilder & Video: © Freedrum

Drums, Instrumente, Internet, News , , , ,

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.