Ratgeber: Musik auf iTunes verkaufen

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Das Thema digitaler Musikvertrieb habe ich bereits schon öfters hier im Blog behandelt. Und es wird wohl auch in Zukunft auch noch wichtiger werden, da mittlerweile 45% der Gesamt-Umsätze über digitale Kanäle generiert wird. Ein nicht unerheblicher Teil davon läuft über iTunes. Ein Grund mehr, sich auch als kleiner Künstler oder Band dort zu präsentieren. Dieser Artikel erklärt, wie man Musik auf iTunes verkauft.

Um Musik bei iTunes hochzuladen, gibt es zwei Wege entweder man nutzt einen Aggregator, der die Musik dann auf die verschiedenen Portale verteilt oder man lädt seine Musik bei iTunes hoch. Da wir die 5 besten Aggregatoren bereits behandelt haben, gehe ich jetzt mehr auf den Direktvertrieb über iTunes ein.

Direkter Upload zu iTunes

Der direkte Weg hat einen entscheidenden Vorteil: Sie müssen die Gewinne mit niemanden teilen.
Aber, der direkte Verkauf ist kein einfaches Unterfangen. Es gibt eine Menge Anforderungen und Richtlinien, die beachtet werden müssen. Der beste Weg um sich die Anforderungen anzusehen, ist sich bei iTunes Connect anzumelden.

Technische Voraussetzungen

Zunächst müssen bestimmte technische Voraussetzungen erfüllt sein, denn iTunes Connect kann man nur mit einem Apple Mac mit der Version OS X 10.5 oder neuer verwendeb. Wer einen Windows-Rechner nutzt, muss auf einen Aggregator zurückgreifen.

Außerdem benötigt man noch eine Apple ID und eine TIN (Steuer-Identi kationsnummer). TIN ist eine Steuernummer, die zwingend notwendig ist, wenn Musik in den USA verkauft werden soll. Diese kann man sich einfach auf der offiziellen Seite des IRS besorgen. Falls man bereits eine Umsatzsteuer-ID besitzt, dann kann man einen EIN-Code beantragen indem man den SS-4 Antrag ausfüllt. Sollte keine Umsatzsteuer ID vorliegen, dann beantragt man am besten einen ITIN-Code und füllt das Formular W-7 aus.

Der nächste Schritt ist die Beantragung eines EAN oder UPC Codes für jede CD- und einen ISRC Codes für jeden einzelnen Song, um diesen online verkaufen zu können. UPC ist ein Unviversal Product Code, der dem Barcode auf einer CD entspricht. Um einen solchen Code zu beantragen, muss man sich an die GS1 wenden. ISRC ist eine internationale digitale Kennung für jeden Song. Brauch man die? Ja, denn Nielsen SoundScan nutzt diesen für die Billboard-Charts.

Hat man die ganzen steuerlichen und vertriebs-rechtlichen Sachen geklärt, kann man dann seine Songs / Alben samt Cover hochladen. Auch hier hat Apple wieder ein paar Anforderungen. Eine CD oder Audiodateien in Studioqualität (Audiodateien mit der Dateierweiterung .wav, .caf oder .m4a, die in einem verlustfreien Format codiert sind) und eine dazugehörige Album-Cover-Grafik als JPEG- oder PNG-Datei mit mindestens 1.400 x 1.400 Pixeln in bester Qualität und im RGB-Farbmodus.

Welche Provision streicht Apple ein?

Es gibt keine offizielle Preisliste oder ähnliches, zumindest habe ich nichts gefunden. Bei ein wenig Recherche findet man diverse Aussagen, dass bei Indie Künstlern eine Provision von 34 Cent pro 1,29 Euro Verkaufspreis je Song berechnet wird. Für Alben und Labels im allgemeinen gelten andere Vergütungen.

Nutzt man einen Aggregator, variieren die Preise je nach Preismodell.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Preismodelle:

  1. durch die Zahlung einer monatlichen oder jährlichen Rate entsteht keine Vermittlungsgebühr. Bsp. TuneCore bietet dies an.
  2. Bezahlung einer Gebühr / Provision für jeden Songverkauf. Das bietet zum Beispiel AWAL an.
  3. Hybridmodell: Zahlung einer festen Rate und einer Gebühr pro Verkauf; dies gilt als die
    beste Mischung, um Musik zu verkaufen über Vermittler wie CD Baby.

Um das passende Modell zu finden, ist es wichtig, die Preisstrukturen genau zu studieren.

Wie kann ich die Verkäufe anregen? Über eine eigene Webseite.

Das Anbieten und Hochladen von Musik auf iTunes ist die Grundlage zum Erfolg. Um aber Kunden zu gewinnen, sollte man sich noch weiterer Möglichkeiten bedienen. Die grundlegende Frage ist also: wie ziehe ich die Aufmerksamkeit auf mich? Eine Webseite kann hier die Antwort sein.

Viele halten das Erstellen einer Webseite für sehr aufwändig (was es jedoch nicht sein muss!) und schätzen zudem den Nutzen falsch ein. Folgendes sollte grundsätzlich beachtet werden: auf den Listen der Aggregatoren ist man nur Gast und muss gewisse Regeln befolgen. Wenn ein Anbieter plötzlich vom Markt verschwindet, werden die Verkäufe sofort gestoppt. Es macht also Sinn, weitere Einnahmequellen zu haben, wo man immer die völlige Kontrolle über seine Musik hat.

Eine schöne one-page Webseite wie diese hier reicht hier schon aus. Sie müssen lediglich ein passendes Template aussuchen, mit eigenen Inhalten befüllen und online stellen.

Das richtige E-Commerce Template für einen Musiker sollte folgende Infos und Inhalte bereitstellen:

  • Einen Lebenslauf. Wer seid ihr, wo kommt ihr her.
  • Die Musik. Welche Musikrichtung spielt ihr? Verlinke evtl ein Youtube Video oder eine Soundcloud Datei
  • Einen Event-Kalender. Lass die Leute wissen, wo du/ihr unterwegs seid und live auftretet.
  • Kontaktformular. Gebt allen die Möglichkeit, euch zu erreichen.
  • Shop. Bietet die Möglichkeit an, Songs direkt auf der Webseite zu kaufen. Tipp: ermöglicht es, die Songs Probe zu hören

Wie kann ich meine Musik auf iTunes promoten

Ein ganz wichtiger Punkt auf dem Weg zum Erfolg, ist die richtige Marketingstrategie. Der Song ist geschrieben, aufgenommen und produziert? Nun ist das Fundament gelegt. Ihr habt einen iTunes Account oder einen Aggregator. Was braucht man noch? Marketing! Aber wie betreibt man Marketing auf iTunes? Alles was man braucht ist ein Plan und Kreativität.

Stufe 1: erstellt einen Zeitplan.
Stufe 2: überlegt euch einen guten Zeitpunkt für die Veröffentlichung des Songs / Albums.
Stufe 3: Bezieht eure Fans ein. Zeigt Bilder von den Aufnahmen und den Proben über Instagram oder Facebook. Veröffentlicht Appetithappen auf youtube und sucht den direkten Kontakt auf Twitter. Oder bedient euch einiger “Guerilla-Taktiken” und spiel die Songs auf der Straße.
Stufe 4: Live-Promo – stellt eine Gig-Playlist online und fragt den Event-Manager nach Interview-Möglichkeiten.
Stufe 5: Bemesst und prüft eure Strategie. Nach den ersten Wochen sollte man die Statistiken der Webseite analysieren. Welche Aktionen haben sich bezahlt gemacht? Zu welchen Uhrzeiten sollte man aktiv sein und wer sind die Fans überhaupt?

Als erstes sollte man damit beginnen, die eigene Musik zunächst im eigenen Land und später weltweit zu promoten.
Neben der Veröffentlichung der Musik auf großen Streaming-Portalen, sollte man auch auf eine eigene Webseite setzen. Hier empfiehlt sich eine E-Commerce-Webseite, über die man seine Musik direkt und unabhängig verkaufen kann. Wenn beides richtig miteinander verknüpft wird, erreicht man über iTunes und den eigenen Onlineshop Tausende -vielleicht Millionen- Musikinteressierte.

Bilder: © startupstockphotos

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