Hochzeiten als Zuverdienstmöglichkeit für Musiker

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Zum schönsten Tag in ihrem Leben gehört für die allermeisten Paare neben einer bewegenden Trauung, dem Zusammensein mit Verwandten und guten Freunden sowie dem guten Essen eben meist auch eine ausgelassene Stimmung und ein cooler Sound. Und da Viele planen, nur einmal im Leben zu heiraten, sind Hochzeiten als Zuverdienstmöglichkeit für Musiker äußerst beliebt. Hier kann man sich als Musikschaffender innerhalb weniger Stunden ein gutes Zubrot verdienen, dem Hochzeitspaar sowie dessen Gästen einfach eine gute Zeit bescheren und damit dazu beitragen, dass für diese Beiden der Tag wirklich unvergesslich schön wird. Auf was es dabei ankommt, soll in diesem Artikel informativ erläutert werden.

Üben, üben, üben

Um Hochzeiten als Zuverdienstmöglichkeit für Musiker nutzen zu können, sollte man sich als Musiker schon sicher sein, in dem was man tut. Nur schiefe Töne können die Hochzeitsfeier ganz schnell zum Albtraum für einen selbst und vor allem für das Brautpaar und seine Gäste werden lassen. Bevor ihr also diesen auf den ersten Moment recht einfach erscheinenden Job annehmt, solltet ihr eure Instrumente im Schlaf beherrschen, Songs ohne falsche Noten singen können und auch ein anständiges Repertoire auf die Beine gestellt haben. Dazu gehören, solltet ihr als Coverband auftreten wollen, die Klassiker der vergangenen 30 bis 50 Jahre sowie auch ein paar topaktuelle Hits. Zudem solltet ihr davon ausgehen, dass ihr den ganzen Abend im Einsatz sein werdet. Mit zehn Songs, die ihr sicher beherrscht, kommt ihr da nicht weit. Und ihr wollt doch, dass die Braut eine flotte Sohle aufs Parkett legen kann und sie nicht nur das Brautkleid kurz durch die Luft wirbelt, oder?

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Den ganzen Tag unterwegs

Geht nicht davon aus, dass ihr nur Hochzeiten im Umkreis von zehn Kilometern bespielen werdet. Habt ihr erst einmal eine gewisse Bekanntheit erlangt, habt eine ordentliche Webpräsenz, seid in den sozialen Netzwerken aktiv und betreibt auch mit Visitenkarten und Flyern ein solides Marketing, dann kann es schnell passieren, dass ihr einige hundert Kilometer fahren müsst, bis ihr am Einsatzort ankommt. Das heißt für euch: Früh aufstehen und rechtzeitig losfahren. Oft wartet die Braut in ihrem schönen Brautkleid bereits um 10 Uhr vor der Kirche auf ihren Bräutigam und wenn ihr dann auch zwei, drei Songs bei der Trauung spielen sollt, dann heißt es schnell ganz früh aufstehen. Wenn ihr dann noch den kompletten Abend bespielen müsst, meistens wird die Zeitspanne zwischen 20 Uhr und 1 Uhr nachts gebucht, dann wird das Ganze schnell anstrengend, wenn ihr abends noch in euren Heimatort zurückfahren wollt. Bedenkt auch, dass ihr bei den Verhandlungen vor der Hochzeit einen festen Stundensatz festlegt, falls eine stundenweise Verlängerung eurer Spielzeit vom Gastgeber gewünscht wird. Sonst kann es schnell zu unnötigen Unstimmigkeiten kommen.

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Richtig kalkulieren

Bevor ihr auch nur den ersten Ton spielt, solltet ihr konkret für euch geklärt haben, welche Kosten euch entstehen und was euch selbst eure Musik und eure Arbeit wert ist. Verkauft euch nicht unter Wert, nur um den Auftrag unbedingt zu bekommen. Wichtige Einflussfaktoren sind:

  • Wo finden die Trauung und die Feier statt? (Kosten für die Reise, Mietwagen und Übernachtung)
  • Wie viele Gäste werden erwartet und wie groß ist die Location? Reicht eure vorhandene Technik dafür aus oder muss noch etwas angemietet werden?
  • Wann soll gespielt werden? (Nur bei der Trauung, nur bei der Feier oder den kompletten Tag? Mitten in der Woche oder an den Hauptkampftagen am Wochenende?)
  • Wie lange soll gespielt werden?
  • Welche Technik ist mitzubringen, wann kann der Aufbau beginnen und wann sollte der Soundcheck beendet sein?
  • Hat das Paar besondere musikalische Wünsche, die ihr extra für eure Besetzung arrangieren und proben müsst?

Im Normalfall werden dann schnell Gagen zwischen 1.000 und 2.500 Euro normal für euch sein.

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Das leidige Thema: GEMA

Bei jeder öffentlichen Aufführung urheberrechtlich geschützter Werte sind Gebühren an die GEMA abzuführen. Doch hier ist auch schon der Knackpunkt der Sache zu finden, denn eine Hochzeit, auf der sich in der Regel die meisten Leute kennen und oftmals auch noch verwandt sind und auf der kein Eintritt verlangt wird, ist in den meisten Fällen gar keine öffentliche Aufführung. Laut § 15 (3) Urheberrechtsgesetz gilt: „Die Wiedergabe ist öffentlich, wenn sie für eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeit bestimmt ist. Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist.“ Eine private Feier unter Verwandten und Freunde unterliegt somit in der Regel nicht der Pflicht GEMA-Gebühren leisten zu müssen. Das gilt in den meisten Fällen sowohl für eine Band, einen Solo-Künstler als auch für einen Hochzeits-DJ.

Bilder: © Photo by Ben Konfrst, Drew Coffman, Puk Khantho on Unsplash

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