Noten lesen: Der Trick

Kennst Du den? Fragt der Bassist den Gitarristen: “Sag mal, wie hast Du eigentlich Noten lesen gelernt?” Antwortet der Gitarrist: “Mal ganz unter uns, ich kann gar keine Noten lesen. Ich kneife einfach meine Augen zusammen und spiele dann die Linie”. Was für den einen ein Witz ist, könnte für den anderen eine große Hilfe zum Einstieg in das Notenlesen sein. Die musikalische “Linie” ist selbst aus professioneller Sicht sehr bedeutend. Warum dann nicht als Lesehilfe?

Dir ist es zu mühsam, jede einzelne Note erst zu lesen, in Notennamen zu übersetzen, um sie dann wiederum auf der Tastatur oder dem Griffbrett zu finden? Es geht tatsächlich viel einfacher – und vor allen Dingen intuitiver. Der Trick dabei ist, nur die erste Note zu kennen. Der Rest geht dann wie von selbst. Auch der Umgang mit unterschiedlichen Notenschlüsseln sollte dann kein Problem mehr darstellen.

Notensysteme und die erste Note

Der Notenschlüssel stellt eine Art Bezugssystem zu den Noten dar. Unterschiedliche Notenschlüssel gibt es eigentlich nur, damit verschieden hohe Instrumente in die Notenzeile passen und nicht mit zahlreichen Hilfslinien geschmückt werden müssen. Der Lage des Instruments entscheidet dabei über den Schlüssel.

Die drei bekanntesten Schlüssel sind dabei der G-Schlüssel (besser bekannt als Violinschlüssel), der F-Schlüssel (bekannt als Bassschlüssel) und der C-Schlüssel (bekannt als Bratschenschlüssel). Wie der Name schon sagt, geben sie einen bestimmten Ton im Notensystem an.

Notenschlüssel

Von diesem Basiston aus kannst Du den ersten Ton Deiner Noten abzählen. Dabei zählst Du jede Linie und jeden Zwischenraum mit und überträgst den entsprechenden Ton auf Deine Tastatur. Bei Saiteninstrumenten wie der Gitarre ist das nicht ganz so einfach, da es verschiedene Lagen gibt, in denen ein und derselbe Ton gespielt werden kann.

Linie lesen

Sofern Du den ersten Ton hast, vergleichst Du ganz einfach den folgenden mit dem aktuellen Ton und spielst die Veränderung auf Deinem Klavier oder Deiner Gitarre. Hilfreich ist dazu auch das Vergleichen größerer Abschnitte. So ist in unserem Übe-Beispiel der zweite Takt von der Bewegung her das Gleiche wie der erste Takt, nur einen Ton tiefer. So etwas findet man in der Musik häufig.

Linie lesen

Fazit

Mit dem Trick, einfach die Veränderungen zu lesen und auf Dein Instrument zu übertragen, lassen sich leicht musikalische Phrasen spielen. Außerdem hilft es Dir, Dich eingehender mit der Musik zu beschäftigen und größere Zusammenhänge der Melodie-Entwicklung zu erkennen. In Verbindung mit der Stufenharmonik und dem Wissen um Tonarten ist dieser Trick ein ausgezeichnetes Werkzeug. Nach ausdauernder Anwendung fällt dadurch das Notenlesen leicht.

Und doch solltest Du Dich der “richtigen” Notennamen widmen, um den Ton exakt bestimmen zu können. Außerdem ist dies notwendig, wenn Du Dich mit anderen Musikern austauschst. Oder hast Du je gehört: “Spiel doch mal den Ton drei Noten über dem G, der klingt an der Stelle besser!”
VG Wort

Autor: Mirko Schubert

Mirko ist der einstige Gründer von Musiker Knowhow. Als Diplom-Musikpädagoge (FH), Komponist und Journalist liebt er es, musikalisches Wissen an andere weiter zu geben. Er unterrichtete bereits über 10 Jahre an verschiedenen Musikschulen die Fächer Klavier, Keyboard, Gesang und Songwriting.

Musiktheorie , , ,

2 Kommentare

  1. Pingback: keyboard lernen f

  2. Netter Tipp, ich werden den auf jeden Fall ausprobieren. Hab es jetzt einmal gemacht und es klappte gut. Manchmal fragt man sich wieso man nicht selbst darauf gekommen ist. THX. Huba

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.