Label finden – 1. Vorüberlegung und Material

Deine Songs sind bereits geschrieben, das Programm fertig zusammengestellt und Du hast schon regelmäßige Auftritte mit Deiner Band. Für Dich wird es Zeit, einen Schritt weiter zu gehen und Deine Musik einer breiteren Masse anzubieten. Eine CD soll aufgenommen und veröffentlicht werden. Doch wie findest Du eigentlich einen passenden Produzenten oder eine Plattenfirma, die Dich und Deine Musik unter Vertrag nimmt? Welche Schritte musst Du gehen um dieses Ziel zu erreichen? Und was solltest Du auf Deiner Suche nach einem Label unbedingt beachten?

Ein Label zu finden, um die eigene Musik auf CD zu bringen ist ein sehr gefragtes Thema. Eine Vielzahl an Musikern stellen sich diese Frage und diese Masse an mehr oder weniger qualifizierten Musikern macht es zunehmend schwerer, eine Lösung zu finden. Viele verfallen sogar dem Irrglauben, die Musikindustrie wartet nur darauf, neue Künstler zu entdecken. Doch müssen Zeit und Geld investiert werden, um dem Musiker die Möglichkeit zu geben, eventuell einen Hit zu landen. Hits wären keine Hits, wenn es nicht eine breite Masse an Hörern gäbe, denen die Musik so gut gefällt, dass sie selbst dafür Geld und Zeit investieren. Bevor Du Dich auf die Suche nach einem Label machst, solltest Du folgende Fragen ehrlich mit “Ja” beantworten können:

  • Ist Deine Musik interessant genug, um sie einer breiten Masse zugänglich zu machen?
  • Hast Du bereits eine Vielzahl an treuen Fans, die Musik von Dir kaufen würden?
  • Ist Deine Musik es wert, mehrere Tausend Euro zu investieren, um sie gewinnbringend verkaufen zu können?
  • Würdest Du selbst viel Geld und Zeit investieren, um Deine Musik bekannt zu machen?
  • Würdest Du Deine Musik zugunsten der Massentauglichkeit verändern bzw. verändern lassen?

Es gibt sehr wenige Fälle, in denen Künstler nur aufgrund der Genialität der Musik gefördert wurden. Heute sitzen keine A&R’s mehr unaufgefordert im Publikum, um den nichts ahnenden Musiker nach dem Konzert anzusprechen und mit ihm einen Plattendeal auszuhandeln. Heute ist die Initiative des Musikers gefragt, der seine Musik herumreicht und sich ein Kontakt-Netzwerk aufbaut.

1. Material zusammenstellen

Um sich erfolgreich bei einem oder mehreren Labels zu bewerben, sollten natürlich ausreichend Bewerbungsunterlagen da sein. Dazu gehört insbesondere die Demo-CD, ein Exposé über den Künstler oder die Band und gute Fotos.

Die Demo-CD ist der unmittelbare Eindruck, den Du bei den Plattenfirmen hinterlassen wirst. Deshalb solltest Du unbedingt viel Liebe in dessen Qualität stecken. Kassetten, und MD’s gehören der Vergangenheit an und landen nicht einmal auf dem Tisch des Labels. Proberaumaufnahmen oder Livemitschnitte tragen auch sicher nicht zum Erfolg bei. Produziere Deine Demo-CD so qualitativ hochwertig wie möglich. Am besten nimmst Du Deine Musik in einem Studio auf, das etwas von seiner Arbeit versteht. Drei bis vier Deiner besten Songs reichen und sollten möglichst das ganze Spektrum Deiner Musik wiedergeben. Hilfreich ist auch ein professionell aufgenommenes Musikvideo oder ein sogenanntes “EPK”, das Dich als Künstler auch visuell vorstellt.

Das Exposé ist quasi der Lebenslauf Deiner Bewerbungsunterlagen. Nur sollte es deutlich kürzer sein. Dazu gehört eine kurze Beschreibung Deiner Musik, möglichst auch eine stilistische Einordnung. Außerdem solltest Du Dich als Künstler oder Band vorstellen und einige Referenzen angeben. Hilfreich sind auch einige Reaktionen der Presse. Halte Dein Exposé so kurz und knapp wie möglich, denn es wird nicht viel Zeit für Dich verwendet werden.

Deine Fotos sollten großformatig und am besten digital vorliegen. Schnappschüsse haben bei der Bewerbung bei Labels nichts zu suchen. Ein professioneller Fotograf kann Dir dabei helfen, Dich und Deine Band ins rechte Licht zu rücken. Klischee-Fotos sind dabei out – wichtig ist, dass die Fotos die richtige Beziehung zu Deiner Musik darstellen. Keiner würde hinter einem Foto im Morgennebel eine Rockband vermuten. Das beste Foto beschreibt Deine Musik so gut, ohne dass man vorher in die CD gehört oder Dein Exposé gelesen hat.

In der nächsten Folge lernst Du, das richtige Label passend zu Deiner Musik zu finden. Erfahrungen und Tipps können in den Kommentaren ausgetauscht werden.
VG Wort

Autor: Mirko Schubert

Mirko ist der einstige Gründer von Musiker Knowhow. Als Diplom-Musikpädagoge (FH), Komponist und Journalist liebt er es, musikalisches Wissen an andere weiter zu geben. Er unterrichtete bereits über 10 Jahre an verschiedenen Musikschulen die Fächer Klavier, Keyboard, Gesang und Songwriting.

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4 Kommentare

  1. hallo zusammen,

    schöner artikel! für alle, die bei der label-suche erfolglos bleiben, gibt es heutzutage, in zeiten des web 2.0, ja aber gottseidank auch noch alternativen. ich sag nur: selbstvermarktung! eine sehr interessante plattform bietet hier dooload.de. neben dem digitalen vertrieb der musik in shops wie musicload, itunes etc. findet man hier auch einen artist guide mit vielen tipps zum thema selbstvermarktung. kann ich ergänzend sehr empfehlen!

    gruß an alle!
    timo

    • Hallo Timo,
      vielen Dank für den Tipp! Normalerweise nehmen wir ja keine Werbung in den Kommentaren auf, da die Plattform aber durchaus interessant ist, soll das mal die Ausnahme sein ;)
      In einem unserer zukünftigen Features kannst Du dann solche Links direkt in einen Verteiler eintragen.

      Liebe Grüße
      Mirko Schubert

  2. hey leute…mein freund macht sehr guten RAP mit sein jungs (OGK aus wismar)…machen auch selbst videos und alles aber sie kommen nicht vorwärts!vielleicht könnt ihr mir sagen wie sie ein bisschen bekannter werden
    lg katja

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