Gibt Last.fm Nutzerdaten an die RIAA weiter?

Last.fm

Der rennomierte Blog Techcrunch lässt verlauten, dass die Social-Networking-Website Last.fm Nutzerdaten an die Musikindustrie weiterleitet. So soll es bei dem erst am 27. Februar 09 erscheinenden Album “No Line On The Horizon” von U2 geschehen sein. Das Album tauchte bereits Mitte letzter Woche in einschlägigen Filesharing-Börsen auf. Last.fm soll nun das freiwillig aufgezeichnete Hörverhalten Ihrer Nutzer an die RIAA weitergeleitet haben, weil das begehrte U2-Album bereits darin auftauchte.

Als Musiker bin ich selbst Nutzer des Social-Networking-Dienstes Last.fm. Die Plattform bietet Musikern die Möglichkeit, sich über eine Art Internetradio zu etablieren. Derzeit über 7.000 registrierte Hörer geben dabei über ein kleines Programm freiwillig Ihr Hörverhalten an Last.fm weiter und erhalten im Gegenzug Vorschläge zu Musikern und Songs, die zu Ihren zuletzt gehörten Songs passen könnten. Da Last.fm mit den Major-Labels zusammenarbeitet, werden auch Songs bekannter Bands in voller Länge angeboten. Nach Aussagen eines Mitarbeiters werden dabei selbstverständlich Statistiken an die Major-Labels weitergeleitet.

Der bekannte amerikanische Blog TechCrunch äußerte nun den schwerwiegenden Verdacht, dass Last.fm Nutzerdaten aufgrund des Hörens unveröffentlichten Materials an die RIAA (Recording Industry Association of America) weiterleitet. TechCrunch soll dazu einen Tipp bekommen haben:

“Ich hörte von einem erzürnten Freund, der für CBS arbeitet, dass Last.fm kürzlich eine große Menge an Nutzerdaten an die RIAA weiterleitet, um Nutzer aufzuspüren die unveröffentlichtes Material abspielen….” (freie Übersetzung der Red.)

TechCrunch stellt dabei weitere Vermutungen an, in welchem Umfang Last.fm Daten speichert und ob Nutzer über die Speicherung eindeutig identifizierbar sind.

Richard Jones, Mitgründer von Last.fm, dementierte die Aussage nach einigen Stunden mit einem einzigem Satz: “Soweit uns bekannt ist, werden keine Daten an die RIAA übermittelt”. Erzürnt stellt er fest: “Das ist kommpletter Unsinn und völlig unwahr. Techcrunch ist voller Scheiße.” Ein weiterer Mitarbeiter bestätigt die Weitergabe von allgemeinen Statistiken an Major-Labels, niemals jedoch gäbe man persönliche Daten an Dritte weiter.

Bleibt also abzuwarten, ob der Tippgeber sich einen Scherz erlaubt hat und ob der Verdacht weiter entkräftet wird. Nutzer von Last.fm müssen also nicht gleich Ihren Account schließen, sollten aber vorsichtiger beim Hören unveröffentlichten Materials sein.
VG Wort

Autor: Mirko Schubert

Mirko ist der einstige Gründer von Musiker Knowhow. Als Diplom-Musikpädagoge (FH), Komponist und Journalist liebt er es, musikalisches Wissen an andere weiter zu geben. Er unterrichtete bereits über 10 Jahre an verschiedenen Musikschulen die Fächer Klavier, Keyboard, Gesang und Songwriting.

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