Akkorde auf dem Klavier – Umkehrungen

Nachdem Du auf dem Klavier Akkorde in Dur, Moll, Vermindert und Übermäßig bilden kannst, widmen wir uns den Umkehrungen. Solltest Du bereits einige Stücke mit den neuen Dreiklängen ausprobiert haben, ist Dir bestimmt aufgefallen, dass Du manchmal weite Wege zurücklegen musst. Doch da ein Dreiklang so lang ein und derselbe Dreiklang ist, wie er “seine” Töne enthält, kannst Du ihn Dir näher an den vorherigen Akkord legen.

Wie immer gibt es einen theoretischen Weg, der Dich verstehen lässt, wie Umkehrungen funktionieren. In der Praxis verfolgen wir einen etwas anderen Weg. Probiere beide Wege am Klavier aus und entscheide Dich für den näherliegenden.

Umkehrungen verstehen

Von einer Umkehrung sprechen wir, wenn wir die Anordnung der Töne des Dreiklangs vertauscht haben. Klassisch sind dabei neben der schon bekannten Grundstellung zwei weitere Umkehrungen möglich. Um strukturiert vorzugehen, legen wir den untersten Dreiklangston einfach eine Oktave höher. Die restlichen Töne bleiben am bisherigen Platz. So entsteht die erste Umkehrung.

Umkehrung

In der ersten Umkehrung angelangt, kannst Du nun die Vorgehensweise weiterführen. Legst Du jetzt den untersten Ton aus der ersten Umkehrung eine Oktave höher, erhältst Du eine weitere Umkehrung. Bei nochmaligem Umkehren wirst Du wieder in der Grundstellung landen. Um von der Grundstellung direkt in die zweite Umkehrung zu kommen, kannst Du natürlich auch den obersten Ton eine Oktave tiefer spielen.

Der praxisnahe Weg

Nun haben wir zwar Umkehrungen gespielt, jedoch ohne größeren Nutzen. Warum solltest Du denn ein und denselben Dreiklang in alle Lagen bringen? Ziel ist es doch, Akkordfolgen so nah wie möglich zu spielen. Dazu kehren wir nicht jeden einzelnen Dreiklang separat um, sondern gehen einen anderen Weg.

Spielst Du zum Beispiel C-Dur und F-Dur nacheinander, suchst Du Dir gleich vom ersten Dreiklang die passende Umkehrung des zweiten. Dazu solltest Du Dir zwei Regeln merken:

  1. Alle gleichen Töne aus dem vorherigen Dreiklang bleiben liegen
  2. Die anderen Töne gehen in der gleichen Stimme zum nächstmöglichen Ton

In unserem Beispiel spielst Du als erstes C-Dur in der Umkehrung Deiner Wahl. Danach suchst Du Dir mit den Augen alle Töne von F-Dur heraus, ohne den vorherigen Akkord loszulassen. Diese sind F, A und C. Laut unserer Regel suchen wir uns nun die gleichen Töne heraus, die sowohl in C-Dur als auch in F-Dur erscheinen, also C. Alle weiteren Töne gehen möglichst zum nächsten Ton. Im diesem Fall wird aus dem Ton E das F und aus dem Ton G das A. Wir sind also automatisch in der zweiten Umkehrung von F-Dur gelandet.

Umkehrung C zu F

Fingersätze

Damit Du nicht über Deine eigenen Finger stolperst, sind einige Sätze zu Fingersätzen nötig. Fingersätze verfolgen das Ziel, es Deiner Hand so bequem wie möglich zu machen und dadurch auch schnelle Tempi zu ermöglichen. Goldene Regel ist dabei, die Finger möglichst nebeneinander zu platzieren oder den Fingern den “natürlichen” Abstand zu geben. Für Dreiklänge und dessen Umkehrungen ergeben sich daraus folgende mögliche Fingersätze für die rechte Hand:

  • Grundstellung – 1, 3, 5 oder 1, 2, 4
  • Erste Umkehrung – 1, 2, 5
  • Zweite Umkehrung – 1, 3, 5 oder 1, 2, 4

Die alternativen Fingersätze kannst Du dann verwenden, wenn der nachfolgende Dreiklang damit schon bereit liegt. Sonst verwende nur die kursiv gedruckten Fingersätze.

Um die Dreiklänge mit ihren Umkehrungen zu trainieren, solltest Du Dir einige Songs heraussuchen und selbst die Akkordverbindungen ausprobieren. Je häufiger Du bestimmte Dreiklänge einsetzt, desto sicherer wirst Du dabei. In der nächsten Folge wenden wir uns den Septakkorden zu.

Du hast weitere Ideen, mit Dreiklängen und ihren Umkehrungen umzugehen? Dann diskutiere sie mit uns in den Kommentaren! Nutze auch die Bewertungsfunktion, damit wir die Qualität unserer Artikel erhöhen können.VG Wort

Akkorde auf dem Klavier (Serie)

  1. Dreiklänge
  2. Umkehrungen
  3. Septakkorde

Autor: Mirko Schubert

Mirko ist der einstige Gründer von Musiker Knowhow. Als Diplom-Musikpädagoge (FH), Komponist und Journalist liebt er es, musikalisches Wissen an andere weiter zu geben. Er unterrichtete bereits über 10 Jahre an verschiedenen Musikschulen die Fächer Klavier, Keyboard, Gesang und Songwriting.

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