Kadenzen bilden und erkennen

Um die Harmonielehre besser zu verstehen, Tonarten in einem Song zu erkennen oder besser Stücke schreiben zu können, ist es sinnvoll, sich mit Kadenzen auszukennen. Kadenzen sind in jedem Stück Musik enthalten, um die momentane Tonart zu festigen oder einen Abschluss zu definieren. Musiker Knowhow stellt Dir die wichtigsten Kadenzen näher vor.

In den meisten Fällen besteht die Kadenz aus leitereigenen Akkorden und endet auf der Tonika beziehungsweise der ersten Stufe. Auch der vorletzte Akkord ist fast immer näher definiert: Die Dominante steht auf der fünften Stufe und wird meistens mit einer kleinen Septime versehen. Im wesentlichen gibt es drei wichtige Kadenzen.

Einfache Kadenz

Die einfache Kadenz definiert ganz klar die Tonart und ist in fast jedem Stück unabhängig von der Stilistik zu finden. Sie baut sich aus nur drei Akkorden auf: Zuerst erklingt die Subdominante, danach der Dominantseptakkord. Am Schluss wird die Tonika gespielt. In Stufen ausgedrückt lautet die einfache Kadenz IV-V7-I. Im Falle von C-Dur ist das die Akkordfolge F-G7-C.

Erweitere Kadenz

Die erweiterte Kadenz baut sich wie die einfache Kadenz auf. Nach jedem Akkord erklingt aber noch die dazugehörige Mollparallele. Diese befindet sich immer eine kleine Terz oder drei Halbtonschritte unter dem Durdreiklang. Die Parallelen von Subdominante, Dominante und Tonika gehören ebenfalls zu den leitereigenen Akkorden und passen somit gut zur eigentlichen Tonart.

Die Tonika wird der erweiterten Kadenz vorangestellt, so dass aus IV-V7-I mit allen Parallelen folgende Wendung wird: I-VI-IV-II-V-III-I oder in C-Dur C-Am-F-Dm-G-Em-C. Die erweiterte Kadenz findet in ihrer reinen Form nur selten Anwendung. Störend wirkt zum Beispiel die dritte Stufe vor der Tonika. Deshalb wird die Kadenz in den einzelnen Titeln oft leicht verändert.

Quintfallkadenz

Sehr viel häufiger setzen Komponisten die Quintfallkadenz ein. Wie der Name schon andeutet, stehen die einzelnen Akkorde in Abständen von Quinten zueinander. Die Grundtöne der Dreiklänge wandern immer eine Quinte nach unten, bis sie die Tonika erreichen. Rechnest Du von C-Dur immer eine Quinte oder sieben Halbtonschritte hoch, erhältst Du folgende leitereigene Dreiklänge: C-G-Dm-Am-Em. Jetzt brauchst Du nur noch die Richtung ändern.

In Stufen ausgedrückt lautet die Quintfallkadenz III-VI-II-V-I. Je nach Musikstil können die Akkorde noch mit einer Septime versehen werden. Diese Kadenz findest Du teilweise in der Pop-Musik, besonders stark aber im Jazz, Funk und Soul. In jedem Fall kann Kadenz verkürzt werden, oder gar im Jazz in mehreren Tonarten nacheinander erklingen.
VG Wort

Autor: Mirko Schubert

Mirko ist der einstige Gründer von Musiker Knowhow. Als Diplom-Musikpädagoge (FH), Komponist und Journalist liebt er es, musikalisches Wissen an andere weiter zu geben. Er unterrichtete bereits über 10 Jahre an verschiedenen Musikschulen die Fächer Klavier, Keyboard, Gesang und Songwriting.

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