Was die Atmung für Sing- und Sprechstimme leistet

Für Sänger und Sprecher reicht es nicht, ein wohlklingende Stimme zu haben, sie muss auch jederzeit – selbst im piano – kraftvoll und voluminös klingen. Piepsiger oder kehliger Gesang der den Körper nicht als Resonanzraum nutzt, klingt nicht gut. Vor allem die Atmung ist ein wichtiger Faktor beim Singen und Sprechen. Deshalb gilt es zunächst mit speziellen Atemübungen den Körper darauf zu trainieren, Töne klingen zu lassen und diese auch ausreichend zu stützen.

Der Stimme Volumen verleihen

Besonders Sänger populärer Musik oder Schauspieler und Sprecher, die auch ohne Mikrofon in den letzten Sitzreihen verstanden werden möchten, benötigen dafür verschiedene Atemtechniken um der Stimme Volumen zu verleihen. Probiere einmal aus, wie sich Deine Stimme anhört, wenn Du sie auf deinem Atem frei fließen lässt. Das Volumen erlernt sich nicht im Handumdrehen. Kleine Erfolge lassen sich aber schon am Anfang erzielen und die Mühe des täglichen Trainings wird sich lohnen, wenn das Volumen zunimmt.

Körperbewusstsein entwickeln

Zunächst geht es darum, die Atemreservoirs des eigenen Körpers zu kennen und diese auch zu orten und zu erfühlen. Sänger unterscheiden zwischen Brustatmung, Bauch- beziehungsweise Zwerchfellatmung, Flanken-, Rücken – und Schulteratmung und der Vollatmung, wenn all diese Bereiche des Körpers mühelos mit Luft gefüllt werden können. Was diese einzelnen Körperbereiche leisten und wie man sie aktivieren kann, das ist mit “Körperbewusstsein” gemeint.

Jeder von uns benutzt im normalen Atemablauf die Brustatmung. Sie benötigt den geringsten Speicherraum im Körper, den Raum zwischen Kehle und Brustansatz, während sich die Schultern dabei nach oben heben. Für einen guten Sänger oder Sprecher bedarf es eines umfassenden Körperbewusstseins.

Atmen lernen und steuern

Bei der Bauchatmung, die wir auch als Zwerchfellatmung kennen, geht es nicht darum, möglichst schlank auszusehen. Die Bauchdecke muss sich in jedem Fall mit dem Atmen weit nach außen wölben und wieder zurückfallen, wenn Du ausatmest. Das Zwerchfell ist ein Körperorgan, das das Atmen steuern soll und durch seine Funktion die Lunge dazu bringt sich mit Luft zu füllen und diese wieder abzugeben. Dabei muss die Bauchdecke nachgeben, denn sonst bleibt für das zusätzliche Luftvolumen kein Platz im Körper.

Dieses bewusste Atmen mit dem Zwerchfell übst Du günstiger im Liegen auf dem Boden, indem Du die Hände auf diesen Bereich des Körpers auflegst und bewusst gegen die Barriere der Handfläche atmest. Am besten liegst Du auf einer festen aber nicht zu harten Unterlage. Nach einigen Atemzügen mit der hier geschilderten Ein- und Ausatmung kannst Du einige leise Töne auf Deinem Atem summen.

Die Arbeit des Zwerchfells mit der Luft

Wenn Du Dein Zwerchfell trainieren willst, kannst Du die Hände wieder leicht auf den Oberbauch legen. Huste einmal kurz und Du wirst durch das ruckartige Zusammenziehen schnell die Stelle finden, an der Dein Zwerchfell sitzt. Dort lass die Hand liegen und sprich nun kurze Konsonanten mit sehr viel Energie. Achte darauf, dass sich diese Energie auf den Bauchbereich entlädt. Auch diese Zwerchfell-Übungen sollten täglich zur Anwendung kommen und bald kannst Du die Laute durch “sch” und “ch” ergänzen.

Der nächste Schritt ist die Flanken -, Rücken – und Schulteratmung. In unserem Körper ist erheblich mehr Platz zur Ausdehnung der Lunge als wir denken. Halte Deine Hände auf den Lendenwirbelbereich und lass langsam den Atem einströmen bis Du das Gefühl hast, voller Luft zu sein. Du wirst merken, dass Deine Hände sich abheben und der untere Rückenbereich sich mit Luft füllt.

Leg dich wieder auf den Boden und versuche noch einen Schritt weiter auch die Luft bis in Deinen Schulterbereich fließen zu lassen. Übst Du oft, kannst Du die Atemmöglichkeiten Deines Körpers optimal nutzen. Sänger und Sprecher nutzen die Vollatmung, also eine Kombination aller Atemtechniken um ihren Stimmen Volumen zu verleihen.

Tägliche Wiederholung ist nötig

Diese Übung kannst Du täglich wiederholen: Atme auf einem langen “FFFFF” aus, bis Du einen Lufthunger spürst. Dabei sollte Deine Bauchdecke ganz flach werden. Das letzte “F”, bei dem Du schon fast zu ersticken glaubst, stößt Du noch hinaus. Aber trotzdem wird an dieser Stelle noch nicht eingeatmet. Warte einen kleinen Moment, ohne etwas zu tun.

Dann lass Deinen Kiefer einfach in Richtung Brust fallen. Du wirst merken, dass die Luft ganz von allein in Dich einströmt. Achte darauf, dass bei der nun folgenden Einatmung Dein Brustkorb unbewegt und Deine Schultern am Platz bleiben und sich ausschließlich Dein Bauchraum mit Luft füllt. Die tägliche Wiederholung dieser Übung wird Dir zu einer volleren Stimme verhelfen.

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2 Kommentare

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