Im Test: Mit studio.HD auf dem iPad Musik aufnehmen

Das Apple iPad lässt sich durch die große Zahl an Apps für fast jede Lebenslage einsetzen. Auch die Musik-Branche hat den Tablet-PC bereits für sich entdeckt und eine Vielzahl von Apps veröffentlicht, die sich für die professionelle Musikaufnahme eignen. Die Softwareschmiede Sound Trends hat so zum Beispiel mit studio.HD eine App auf den Markt gebracht, mit der bis zu 64 Spuren aufgenommen, bearbeitet und mit Effekten versehen werden können.

Der Multitrack-Recorder studio.HD kommt im für Sound Trends typischen grauen Design daher und bietet eine Vielzahl von Funktionen, die durchaus mit Sequenzern auf dem PC oder Mac mithalten können. Für vorgefertigte Samples hat das Unternehmen den hauseigenen Loop Store integriert, der auch in anderen Anwendungen zum Einsatz kommen. Hier können sowohl kostenlose als auch durch einen In-App-Kauf kostenpflichtige Sample-Pakete heruntergeladen werden.

Loop-Austausch nicht ganz einfach

Hat der Anwender bereits Loops in einer anderen App von Sound Trends wie etwa das DJ-Programm Looptastic HD heruntergeladen, kann er diese allerdings nicht in studio.HD weiter verwenden, was besonders bei kostenpflichtigen Loops ärgerlich ist. Über die Flie-Sharing-Funktion von iTunes können auch eigene Loops im AIF- oder WAV-Format importiert werden.

studio.HD

studio.HD (Bild: Screenshot)

In der Hauptansicht, die sich lediglich im Querformat bedienen lässt, findet der Nutzer alles, was er von einem normalen Sequenzer-programm erwarten würde, auf einen Blick: Unter der Abspielsteuerung befindet sich eine Ansicht mit acht Spuren, darunter kann der Anwender auf seine Loop- und Effekt-Datenbank zugreifen und die Parameter der Effekte intuitiv anpassen. Lautstärkeregler und die eingefügten Effekte können neben den Spuren ausgeblendet werden, um mehr Platz zum Editieren zu bekommen.

Theoretisch 64 Spuren möglich

Der Anwender kann sowohl mit den internen und heruntergeladenen Loops arbeiten oder über das Mikrofon oder den Audio-Eingang des iPads eigene Spuren aufnehmen. Auf den ersten Blick erscheinen acht Spuren zwar recht begrenzt, jede Spur kann aber mit bis zu acht Layers belegt werden, so dass insgesamt 64 Spuren möglich sind. Der Hersteller gibt jedoch an, dass sich nur 24 Spuren abspielen lassen. Die Loops können bei der Auswahl direkt vorgehört und in die Spur geschoben werden. Sie passen sich automatisch dem voreingestellten Tempo an. Die einzelnen Aufnahmen können geschnitten werden, sofern sie sich im 16tel-Grid befinden. Auch Copy-and-Paste ist mit an Bord.

Über einen rudimentäre Mixer kann der Anwender die Lautstärken der einzelnen Spuren anpassen oder mit bis zu vier Effekten pro Spur belegen. Die einzelnen Layer in einer Spur können hier jedoch nicht separat angesteuert werden. Auch die Master-Spur kann mit Effekten ausgestattet werden. Regler wie Pan oder EQ gibt es zwar nicht, einige dieser Funktionen finden sich aber dennoch in den Effekten wieder. So bietet studio.HD Effekte wie Delay, Reverb, Flanger oder Gate, Filter wie High-Pass, Low-Pass und Bypass, Pan sowie einige Spezial-Effekte wie Bitcrusher, Stutter-Gate, -Loop und -Stepped.

Intuitive Steuerung der Effekt-Parameter

Die einzelnen Parameter lassen sich über ein eigenes kleines zweidimensionales Pad mit zusätzlicher Hold-Taste einstellen. Dabei ist jedoch ein gutes Ohr gefragt, denn in den meisten Fällen weiß der Nutzer nicht so genau, was er denn da gerade einstellt. Trotzdem kann sich das Ergebnis oftmals sehen – oder besser hören – lassen. In jeder Spur können die Einstellungen der Lautstärke und Effekte automatisiert werden. Dazu muss der Nutzer die Aufnahmefunktion aller Spuren abschalten und kann dann einfach live während der Aufnahme die Parameter verändern. Um genauer zu arbeiten, ist auch eine Cycle-Funktion integriert.

Der fertige Song kann dann im Startbildschirm entweder archiviert oder der Mix als AIFF-Datei mit 16 Bit und 44.1 Kilohertz gespeichert werden. Bei der nächsten Synchronisation sind diese Daten wieder in iTunes zu finden und können auf dem PC oder Mac weiter verwendet werden. Im übrigen unterstützt studio.HD auch den noch recht neuen “Standard” Sonoma Audio Copy/Paste, der den Austausch von Audiomaterial auch zwischen einzelnen Apps ermöglicht.

Fazit: Umfangreiche App mit einigen Tücken

Die Funktionsvielfalt der App studio.HD von Sound Trends ist für ein Tablet-PC durchaus beeindruckend. Um wirklich professionell zu arbeiten, fehlen jedoch noch einige grundlegende Funktionen wie etwa ein parametrischer Equalizer pro Kanal oder gar eine genauere Schnittfunktion. Nicht zu vergessen, dass es bislang nur erste Ansätze gibt, einen qualitativ hochwertigen Soundeingang für das iPad bereitzustellen. Da muss sich der Anwender jedoch nicht mehr lange gedulden. Alles in allem ein gelungenes Programm für den Alltag eines Musikers. studio.HD ist derzeit für 7,99 Euro im AppStore verfügbar.

Autor: Mirko Schubert

Mirko ist der einstige Gründer von Musiker Knowhow. Als Diplom-Musikpädagoge (FH), Komponist und Journalist liebt er es, musikalisches Wissen an andere weiter zu geben. Er unterrichtete bereits über 10 Jahre an verschiedenen Musikschulen die Fächer Klavier, Keyboard, Gesang und Songwriting.

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