Akkorde auf dem Klavier – Septakkorde

Einfache Dreiklänge kannst Du nun umsetzen, wenn Du die vorhergehenden Artikel unserer Serie gelesen und ausprobiert hast. Mit den Umkehrungen bringst Du die Akkorde in eine spielbare und gut klingende Form. Doch auch bei einfachen Songs wirst Du schnell auf Akkordsymbole stoßen, die noch eine “7” hinter der Dreiklangsbezeichnung verfügen. Diese Septakkorde wollen wir im heutigen Artikel behandeln.

Die häufigste Erscheinungsform des Septakkords ist der Dominantseptakkord, der häufig auf der fünften Stufe der leitereigenen Dreiklänge zu finden ist. Die dem Akkordsymbol hintenan gestellte “7” erweitert den Dreiklang um eine kleine Septime. Doch auch andere Septakkorde wirst Du in vielen Notenbeispielen finden. Bevor wir diese Vierklänge näher behandeln, solltest Du die vielen verschiedenen Akkordsymbole auseinanderhalten können.

Akkordsymbole entschlüsseln

Im Grunde können an jeden Dreiklangstyp eine kleine oder große Septime angehangen werden. Wie Du das machst, erfährst Du im nächsten Abschnitt des Artikels. Die kleine Septime wird dabei in fast allen Fällen mit der arabischen Ziffer “7” gekennzeichnet. Eine Ausnahme stellt der verminderte Dreiklang mit kleiner Septime dar, der auch halbverminderter Akkord genannt wird. Zwar kann der Bezeichnung des verminderten Akkords Cdim. oder eine “7” angehangen werden. Doch gerade bei der Kurzform wird der halbverminderte Akkord oftmals mit einem durchgestrichenen “o” gekennzeichnet ().

Die große Septime heißt im Englischen “major 7″ – und so wird sie auch am häufigsten bezeichnet: Cmaj7. In verschiedenen Noten wirst Du aber auch andere Bezeichnungen. So wird in einigen Ausgaben das “maj” auf ein “j” gekürzt (Cj7) oder beispielsweise im Real Book – der “Bibel” der Jazzer – durch ein großes “MA7″ ersetzt. Auch für den Majorakkord gibt es eine Kurzform. Hier wird an das Akkordsymbol einfach ein hochgestelltes Dreieck angefügt. Eine zusätzliche “7” ist in diesem Fall nicht mehr nötig.

Sollte Dir einmal das Akkordsymbol C6/9 oder Cm6/9 begegnen, so bezeichnet das zwar nicht einen Septakkord, kann aber durch einen solchen ersetzt werden. Wenn Du also nicht weißt, wie Du die “6” und “9” in den Akkord bringen sollst, kannst Du in vielen Fällen beide Zahlen einfach durch eine große Septime ersetzen.

Septakkorde aufbauen

Nun geht es los: Du kennst nun schon die meisten Vierklänge und weißt, dass Du einfach eine große oder kleine Septime dem Akkordtyp anhängen musst. Zuerst baust Du also wieder den gegebenen Dreiklang auf, suchst Dir den vierten Ton und legst ihn einfach über die Grundstellung Deines Dreiklangs.

Solltest Du mit solchen Intervallen nichts anfangen können, gibt es auch hier wieder einen Trick. Zähle vom Grundton des gegebenen Dreiklangs (bei C-Dur wäre es C) bei einer großen Septime einen Halbton nach unten und setze den so erhaltenen Ton dann oben an den Dreiklang an. Für die kleine Septime benötigst Du dementsprechend zwei Halbtöne. So wäre der vierte Ton des C7 also Bb und die Septime des Cmaj7 wäre B (im deutschen Notensystem H).

 

Wie schon erwähnt, kann bei fast jedem Dreiklang eine große oder kleine Septime angehangen werden. Einige Akkorde sind allerdings nicht gebräuchlich oder klingen nicht gerade gut. So kannst Du es Dir zum Beispiel sparen, eine Septime an den übermäßigen Dreiklang anzuhängen. Die große Septime wird beim Moll-Dreiklang und verminderten Dreiklang selten bis gar nicht verwendet.

 

Dadurch reduzieren sich unsere Vierklänge im wesentlichen auf vier Akkordtypen: dem Septakkord (auch Dominantseptakkord genannt), dem Mollseptakkord, dem Majorakkord und dem halbverminderten Akkord.

Septakkorde in der Praxis

Auch die Vierklänge können genauso umgekehrt werden, wie es bei den Dreiklängen der Fall ist. Statt den zwei Umkehrungen bei den Dreiklängen würden in diesem Fall drei Umkehrungen entstehen. Doch häufig klingen die Septakkorde nicht sehr gut, wenn Du sie in ihrer “normalen” Form in der linken oder rechten Hand spielst. Deshalb wird in der Praxis oftmals aus dem Vierklang wieder ein Dreiklang gemacht.

Sowohl bei der Liedbegleitung als auch beim Solospiel werden die Akkorde mit beiden Händen gespielt. Dazu solltest Du einen Dreiklang mit der rechten Hand greifen und einen zusätzlichen Basston in die linke Hand einfügen. Bei Dreiklängen wie etwa C-Dur spielst Du einfach zusätzlich zum Akkord mit der linken Hand den Grundton – in unserem Fall also C.

Damit der Septakkord genauso gut klingt, kannst Du ebenso verfahren. Doch anstatt den Grundton einfach zu verdoppeln, nimmst Du ihn in der rechten Hand einfach wieder heraus, um ihn in die linke Hand zu setzen. So erhältst Du zudem auch wieder einen Dreiklang in der rechten Hand, den Du nach Belieben umkehren kannst. Im Falle von Cmaj7 würdest Du also beispielsweise C in der linken Hand und B (H), E und G in der rechten Hand spielen. In den meisten Fällen klappen dann auch die Fingersätze der Dreiklänge wieder bei den Septakkorden.

Mit dem Wissen der ersten drei Artikel unserer Serie “Akkorde auf dem Klavier” kannst Du nach ein bisschen Übung schon fast alle Pop- und Rock-Songs spielen. Du solltest Dich jedoch vorerst mit der Liedbegleitung beschäftigen, bei der Du nicht noch zusätzlich zu den Akkorden eine Melodie einbauen musst. Auf die Begleitung von Songs gehen wir im nächsten Artikel noch einmal genauer ein.

Du hast weitere Ideen, mit Septakkorden umzugehen? Dann diskutiere sie mit uns in den Kommentaren! Nutze auch die Bewertungsfunktion (Facebook Like), damit wir die Qualität unserer Artikel verbessern können. VG Wort

Akkorde auf dem Klavier (Serie)

  1. Dreiklänge
  2. Umkehrungen
  3. Septakkorde

Autor: Mirko Schubert

Mirko ist der einstige Gründer von Musiker Knowhow. Als Diplom-Musikpädagoge (FH), Komponist und Journalist liebt er es, musikalisches Wissen an andere weiter zu geben. Er unterrichtete bereits über 10 Jahre an verschiedenen Musikschulen die Fächer Klavier, Keyboard, Gesang und Songwriting.

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